Weiterführend 200 getötete Reporter: Weltweite Protestaktion von Reporter ohne Grenzen

„der Freitag“ beteiligt sich an der weltweiten Protestaktion von Reporter ohne Grenzen. Über 200 Journalist*innen wurden vor Ort getötet, ausländischen Medien wird die Berichterstattung von vor Ort verwehrt


Laut RSF wird es bei der Geschwindigkeit, mit der Journalisten in Gaza von der israelischen Armee getötet werden, es bald niemanden mehr geben, der die Öffentlichkeit auf dem Laufenden hält

der Freitag



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Zusammen mit über 150 Medienunternehmen aus über 50 Ländern bekundet der Freitag heute seine Solidarität mit den palästinensischen Journalistinnen und Journalisten im Gazastreifen. Aus diesem Anlass bleiben Webseiten oder Titelseiten der Zeitungen schwarz. Kolleginnen und Kollegen weltweit „verurteilen die Verbrechen der israelischen Armee an palästinensischen Journalistinnen und Reportern in Gaza, fordern besseren Schutz für die dort arbeitenden Medienschaffenden sowie Notfallevakuierungen und verlangen, dass internationale Berichterstattende unabhängigen Zugang nach Gaza erhalten.“

Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen (RSF) wurden in fast 23 Monaten mindestens 200 Journalisten von der israelischen Armee im Gazastreifen getötet. So tötete in der Nacht vom 10. August die israelische Armee sechs Journalisten bei einem gezielten Angriff auf den Al-Jazeera-Korrespondenten Anas al-Sharif. Am vergangenen Montag wurden bei einem Doppelschlag auf das Nasser-Krankenhaus in Khan Yunis 19 Menschen getötet, darunter fünf Journalistinnen und Journalisten, unter ihnen auch Mariam Abu Dagga.

Die Geschäftsführerin von Reporter ohne Grenzen Deutschland konstatiert, dass der August bislang der „tödlichste Monat“ gewesen sei: „Allein im August beklagen wir mindestens zwölf getötete Journalistinnen und Journalisten“, so Anja Osterhaus. Der journalistische Nachweis, dass Kriegsverbrechen begangen werden, wird so mit allen Mitteln verhindert, sind sich Beobachter einig.

„Wenn die israelische Armee Medienschaffende in Gaza weiter in diesem Tempo tötet, wird bald niemand mehr da sein, um die Menschen zu informieren“, so Anja Osterhaus. Mit der Kampagne fordert RSF die Staats- und Regierungschefs auf, „ihrer Pflicht nachzukommen und die israelische Regierung zum Einlenken zu bringen.“ Auf der Rangliste der Pressefreiheit stehen die Palästinensischen Gebiete auf Rang 163 von 180, Israel auf Rang 112.