Ukraine: Russische Besatzer wollen Menschen aus der Region Cherson holen
- Alle Artikel zum Thema finden Sie auf unserer Themenseite zum Krieg in der Ukraine. Eine Übersichtskarte mit den aktuellen Entwicklungen aktualisieren wir täglich hier.
- Russische oder ukrainische Angaben zum Kriegsverlauf sowie zur Zahl Verletzter und Getöteter lassen sich derzeit nicht unabhängig verifizieren.
- Neben eigenen Recherchen verwenden wir auch Material der Nachrichtenagenturen dpa, AP, AFP, KNA und Reuters.
Wichtige Beiträge
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Behörden: Autoverkehr auf Krim-Brücke wieder angelaufenDer Verkehr auf der Brücke zur Krim ist nach Angaben von Behörden wieder angelaufen. Die Brücke sei ab sofort „offen für Autos und Busse“, teilte der Verwaltungschef der von Russland annektierten Halbinsel Krim, Sergej Aksjonow, im Onlinedienst Telegram mit. Auf der Brücke zwischen dem russischen Festland und der Krim war am Morgen nach russischen Angaben ein Lkw explodiert.
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Zivilisten sollen aus der Region Cherson geholt werdenDie russische Besatzungsmacht der ukrainischen Region Cherson will Menschen aus der Region Cherson holen. Das ordnete der Vizechef der russischen Besatzungsverwaltungen, Kirill Stremoussow, an. Kleine Kinder, deren Eltern sowie ältere Menschen sollten in zwei südrussische Regionen umziehen, sagte Stremoussow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti.
Zuletzt verlor die russische Seite große Gebiete der Region. Beide Kriegsparteien berichteten von Kämpfen rund um die Großstadt Cherson. Ukrainische Streitkräfte seien bei einer Gegenoffensive in der Region auf dem Vormarsch, meldete die Agentur AP. Am Morgen war die Brücke zwischen dem russischen Festland und der Halbinsel Krim schwer beschädigt worden. Über sie wird ein großer Teil des Nachschubs geliefert für die russischen Truppen in der Region Cherson.
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Russland ernennt neuen Kommandeur für Truppen in der Ukraine
Das russische Verteidigungsministerium hat General Sergej Surowikin zum neuen Generalkommandeur der in der Ukraine stationierten russischen Truppen ernannt. Das teilt das Ministerium in Moskau mit. Damit ist zum ersten Mal offiziell ein einziger Kommandeur für die gesamte russische Truppe in der Ukraine zuständig. Im Sommer hatte das Militär bekanntgegeben, dass Surowikin das Kommando über die russischen Truppen im Süden der Ukraine übergeben worden sei.
ReutersSergej Surowikin (links) und Russlands Präsident Wladimir Putin.
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Russische Soldaten werden über Land und See versorgtRussische Soldaten in den Regionen Mykolajiw, Kryvyj Rih und Saporischschja im Süden der Ukraine werden Russland zufolge mit dem Wichtigsten über den Land- und Seeweg versorgt. Das teilt das russische Verteidigungsministerium mit. Am Morgen war die wichtige Auto- und Eisenbahnbrücke bei einer Explosion beschädigt worden. Sie verbindet die Krim mit dem russischen Festland. Nach bisherigen Angaben ist von zwei Fahrbahnen eine eingestürzt, die andere soll intakt sein. Der Zugverkehr soll nach russischen Angaben am Abend wieder aufgenommen werden.
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Ukraine will Sonderbriefmarke mit zerstörter Brücke herausbringen
Nach der schweren Explosion und Teilzerstörung der Kertsch-Brücke, die die Halbinsel Krim mit dem russischen Festland verbindet, hat der Postchef der Ukraine den Druck einer Sondermarke von der Brücke angekündigt. „Der Morgen war noch nie so ein schöner. Zu diesem Feiertag bringen wir eine neue Marke heraus mit der Krim-Brücke – oder vielmehr mit dem, was von ihr übrig ist“, schrieb Ihor Smyljanskyj im Nachrichtenkanal Telegram. Es existiert bereits eine Kunstaktion von der brennenden Brücke, die wie eine Briefmarke aussieht und in Kiew besichtigt werden kann. Zuvor hatte die ukrainische Post schon eine Briefmarke des Ende April zerstörten russischen Kreuzers Moskwa der russischen Schwarzmeerflotte herausgebracht.
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Putin setzt wegen Feuer auf Krim-Brücke eine Kommission ein
Der russische Präsident Wladimir Putin hat angewiesen, eine Kommission zur Untersuchung der Ursachen des Feuers einzusetzen. Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Die russischen Behörden leiteten überdies strafrechtliche Ermittlungen ein.
Das Antiterrorkomitee machte zunächst keine Angaben dazu, wer hinter der Explosion stecken könnte. Der Präsident des von Russland auf der Krim eingesetzten Regionalparlaments, Wladimir Konstantinow, sprach von einem Schlag durch „ukrainische Vandalen“.
Nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine Ende Februar kam es mehrfach zu Explosionen auf der Krim mit schweren Schäden, darunter auf Militärstützpunkten. Es gab auch in der Hauptstadt Kiew immer wieder Drohungen, die von Putin 2018 eingeweihte Brücke zwischen der Halbinsel und dem russischen Festland unter Beschuss zu nehmen. Zuletzt kam es in der Region Kertsch, die auf der Krim direkt an die Brücke grenzt, immer wieder zu Zwischenfällen mit Drohnen, die explodierten.
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Zahlreiche Explosionen aus Charkiw gemeldet
Eine Serie von Explosionen hat am frühen Samstagmorgen die ostukrainische Stadt Charkiw erschüttert. Rauchwolken stiegen auf, gefolgt von einer Reihe weiterer Explosionen. Bürgermeister Ihor Terechow erklärte auf Telegram, die Explosionen seien von Raketenangriffen im Stadtzentrum verursacht worden. Die Angriffe hätten Brände in einer der medizinischen Einrichtungen der Stadt und einem weiteren Gebäude ausgelöst. Dabei handele es sich nicht um ein Wohngebäude. Berichte über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor.
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Özdemir ruft Wirtschaft zu Lebensmittelspenden für Ukraine auf
Ernährungsminister Cem Özdemir hat Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Wirtschaft zu verstärkten Lebensmittelspenden für die Ukraine aufgerufen. „Über die Koordinierungsstelle meines Ministeriums sind mehr als 400 Hilfslieferungen mit über 12.000 Paletten in die Ukraine gebracht worden“, sagte Özdemir den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Für die anhaltende Spendenbereitschaft bin ich der deutschen Wirtschaft sehr dankbar.“ Auf dieses Engagement werde es in den Wintermonaten verstärkt ankommen.
Leon Kügeler/dpa/BMELCem Özdemir bei einem Lebensmittelspenden-Hub des Bundesernährungsministeriums
Geliefert werden dem Bundesernährungsministerium zufolge vor allem Grundnahrungsmittel, Wasser, Saft, Babynahrung und Konserven mit Fisch und Fleisch. Die Hilfsgüter werden in die stark vom Krieg betroffenen Regionen transportiert, um die humanitäre Lage zu verbessern. -
Strack-Zimmermann: Ukrainer jetzt an Leopard-Panzern ausbilden
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat sich für eine Panzerausbildung der ukrainischen Soldaten in der EU ausgesprochen. „Die Spanier wären bereit, in Lettland die ukrainischen Soldaten am Leopard 2 auszubilden“, sagte die FDP-Politikerin bei ihrem zweiten Besuch in Kiew. Dafür müsste Deutschland sein Okay geben. Aktuell stelle sich die Frage, wie die Ukraine militärisch durch den anstehenden Winter komme. „Daher wäre auch jetzt der optimale Zeitpunkt, die Ukrainer am Marder oder Leopard auszubilden, da das entsprechend Zeit in Anspruch nimmt“, betonte sie.
Mohssen Assanimoghaddam/dpaSoldaten auf einem Leopard-Panzer auf einem Truppenübungsplatz
Bei ihren Gesprächen unter anderem mit Verteidigungsminister Olexij Resnikow und dem Chef des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, sei das Thema Waffenlieferungen immer wieder betont worden. „Der Tenor ist: Wir brauchen alles, immer, die ganze Zeit. Das ist auch nachvollziehbar“, sagte die 64-Jährige. Im Süden des Landes sei das Thema besonders akut. „Man ist siegesgewiss. Trotzdem sind die Verluste dort relativ hoch.“ In dem offenen Gelände könnten Leopard-Panzer aus Deutschland den Ausschlag geben.Strack-Zimmermann ist in der Ampel-Koalition eine derjenigen, die wiederholt eine verstärkte militärische Unterstützung für Kiew aus Deutschland gefordert hat. Kampfpanzer westlicher Bauart wurden bisher von keinem Land an die Ukraine geliefert.