Trumps Problem mit dieser Kirche: Hegseth attackiert Presse wie Jesu Feinde und betet mit „Pulp Fiction“
Trumps Problem mit der KircheHegseth attackiert Presse als Jesu Feinde und betet mit „Pulp Fiction“
16.04.2026, 18:35 Uhr
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Nach einem Streit von Donald Trump mit dem Papst versucht Washington offenbar, Christen zu besänftigen. Pentagon-Chef Hegseth gibt für einen Angriff auf Trump-kritische Journalisten seine Bibel-Kenntnisse zum Besten – und betet mit den Worten eines Auftragskillers aus „Pulp Fiction“.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat bei einer Pressekonferenz Trump-kritische Journalisten mit den Pharisäern verglichen – jener Gruppe im Neuen Testament, die Jesus zu Fall bringen wollte. Zuvor hatte der Pentagon-Chef bereits mit einem ungewöhnlichen Auftritt bei einem Gottesdienst im Verteidigungsministerium für Aufmerksamkeit gesorgt.
Hegseth schilderte, wie er sonntags in der Kirche saß und seinem Pastor zuhörte, der aus dem Markusevangelium predigte – die Geschichte, in der Jesus einen Mann heilt, während die Pharisäer nur darauf warten, ihm etwas anzuhängen. „Die Pharisäer, die selbsternannten Eliten ihrer Zeit, waren dabei, um alles aufzuschreiben, zu berichten – aber ihre Herzen waren verhärtet“, sagte Hegseth. „Obwohl sie ein buchstäbliches Wunder miterlebten, spielte das keine Rolle. Sie waren nur dort, um das Gute im Sinne ihrer eigenen Ziele zu verdrehen.“
Dann zog er die Linie zur Gegenwart: „Unsere Presse ist genau wie diese Pharisäer – nicht alle, aber die Trump-hassende Presse. Euer politisch motivierter Hass auf Präsident Trump macht euch fast vollständig blind für die Brillanz unserer amerikanischen Soldaten“, sagte er mit Blick auf den Iran-Krieg.
Zugleich beklagte Hegseth „einen endlosen Strom von Müll, die unerbittlich negative Berichterstattung, der ihr nicht widerstehen könnt“. Erst vor wenigen Tagen hatte das Pentagon im Streit um verschärfte Regeln für Journalisten vor Gericht eine juristische Niederlage erlitten. Ein Bundesrichter rügte das Verteidigungsministerium scharf und warf ihm vor, gegen eine frühere gerichtliche Anordnung verstoßen zu haben. Diese sah vor, Medienvertretern wieder Zugang zum Pentagon zu gewähren.
Hintergrund des Streits ist eine im Oktober unter Hegseth eingeführte Regelung. Diese sah vor, dass Journalisten als Sicherheitsrisiko eingestuft werden und ihre Akkreditierung verlieren können, wenn sie nicht autorisierte Militärangehörige um die Weitergabe geheimer oder in manchen Fällen auch nicht geheimer Informationen bitten. Von den 56 in der Pressevereinigung organisierten Medien weigerten sich 55, die Richtlinie zu unterzeichnen, und gaben ihre Ausweise ab.
Bereits früher am Tag hatte Hegseth bei einem Gottesdienst im Pentagon ein Gebet vorgelesen, das auf einem Monolog aus dem Film „Pulp Fiction“ basiert – gesprochen von Samuel L. Jackson in der Rolle des Auftragsmörders Jules Winnfield. Hegseth erklärte, das Gebet trage in der Militärwelt den Namen „CSAR 25:17“, angelehnt an das Bibelbuch Hesekiel 25:17, und werde von Piloten vor Combat-Such-und-Rettungsmissionen gesprochen. Nur die letzten beiden Sätze des vorgetragenen Textes stammen aus der Bibel.
Streit mit Pontifex, Trump als Jesus
Die Trump-Regierung stand zuletzt bereits wegen eines Streits von Donald Trump mit Papst Leo XIV. in der Kritik. Zudem sorgte ein Bild, das Trump als Jesus darstellt, auch bei Republikanern für Unmut. Leo XIV. hatte am Samstag angesichts des Iran-Kriegs zu Frieden in der Welt aufgerufen und die „sinnlose und unmenschliche Gewalt“ im Nahen Osten verurteilt. Vor Gläubigen im Petersdom sagte er: „Genug des Krieges!“
Trump reagierte darauf mit heftiger Kritik und warf dem Papst vor, sich mit einem Land gemein zu machen, das nach Atomwaffen strebe. Zudem beanspruchte Trump wahrheitswidrig das Verdienst für dessen Wahl für sich. Leo XIV. sei nur gewählt worden, weil er Amerikaner sei und der Vatikan so das Verhältnis zum US-Präsidenten habe verbessern wollen. Ohne ihn im Weißen Haus wäre Leo nicht im Vatikan, behauptete Trump.
Leo XIV. zeigte sich davon unbeeindruckt und erklärte, es sei seine „moralische Pflicht“, sich gegen den Krieg auszusprechen. Trump wiederum bekräftigte, sich nicht entschuldigen zu wollen, und nannte den Papst „sehr schwach“.
Kurz nach Beginn des Disputs mit dem Papst hatte Trump am Sonntagabend auf seiner Plattform Truth Social ein Bild veröffentlicht, das ihn als Jesus zeigt. Nach massiver Kritik löschte Trump das Bild. Am Mittwoch legte der US-Präsident jedoch nach und teilte ein von einem anderen Internetnutzer generiertes Bild, das ihn diesmal Seite an Seite mit Jesus Christus zeigt, der ihn umarmt.
Source: n-tv.de