Sachverständigenrat: Ein Abgang mit Folgen
Als Ludwig Erhard in den späten 1950er-Jahren die Gründung eines Sachverständigenrats für Wirtschaftsfragen vorschlug, reagierte der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer zunächst ablehnend. Ob Erhard sich eine „Laus“ in den Pelz setzen wolle, soll Adenauer gefragt haben.
Der Rat wurde dann doch gegründet, und heute ist die Frage eher: Wessen Laus? Und welcher Pelz?
Die Wirtschaftsweisen – wie die Räte und Rätinnen genannt werden – sind für fünf Jahre gewählt. In diesem Februar läuft der Vertrag der an der Berkeley-Universität in Kalifornien lehrenden Wirtschaftsprofessorin Ulrike Malmendier aus, die sich im Rat vor allem um Finanzfragen gekümmert hat. In aller Regel werden die Verträge der Ratsmitglieder mindestens einmal verlängert.