Popstars: Milliarden mit Musik

Vor fünfzehn Jahren fragte die amerikanische Sängerin Beyoncé in einem ihrer größten Hits: „Who run the world (übersetzt: Wer regiert die Welt)?“ Die meisten hätten wohl geantwortet: Geld. Die Musikikone nannte eine andere Macht: „Girls“, also Mädchen. Für Beyoncé trifft nun aber eindeutig beides zu: Denn sie ist jetzt laut dem US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ Milliardärin – und gehört damit einer kleinen, ausgewählten Gruppe an: Weltweit gibt es gerade einmal fünf Musikmilliardäre neben Beyoncé zählen noch Taylor Swift, Rihanna, Bruce Springsteen und Beyoncés Ehemann Jay‑Z dazu.
Auch wenn Beyoncé der Neuling unter den Milliardären ist, ist ihr etwas gelungen, das vielen erfolgreichen Sängern verwehrt blieb. Sie hat mit ihrer Musik ein wahres Vermögen gemacht. Allein ihre Konzerttour im Jahr 2025, die „Cowboy Carter Tour“, soll mehr als 400 Millionen Dollar eingespielt haben. Ihre noch größere „Renaissance World Tour“ aus dem Jahr 2023 soll sogar knapp 600 Millionen Umsatz erzielt haben.
Der Erfolg von Beyoncé hält schon Jahrzehnte an: Sie steht seit ihrer Kindheit auf der Bühne, mit Destiny’s Child war sie einst Teil einer erfolgreichen Girlgroup. Sie ist die Solokünstlerin mit den meisten Grammy-Gewinnen. Für ihren finanziellen Erfolg war aber etwas anderes besonders wichtig: die Gründung von Parkwood Entertainment im Jahr 2008. Mit dem Unternehmen produziert sie ihre Musik, Filme und Tourneen .
Jay-Z investierte in Uber und Oatly
Dass sie ausschließlich mit Musik zur Milliardärin wurde, ist aber keineswegs selbstverständlich – wie ein Blick auf die anderen Topverdiener zeigt. Beyoncés Ehemann Jay‑Z schaffte es zwar schon 2019 auf die Liste, er gilt als der erste Milliardär unter den Hip‑Hop‑Musikern. Aber auch wenn er mit seinem Musikmanagement „Roc Nation“ bekannte Künstler wie Alicia Keys betreut, stammt der größte Teil seines Vermögens aus anderen Bereichen: etwa aus seiner Champagner‑Marke Armand de Brignac, die zur Hälfte dem französischen Luxuskonzern LVMH gehört. Oder aus dem Verkauf der Cognac‑Marke D’USSÉ – 2023 erwarb der Spirtuosenhersteller Barcadi die Anteilsmehrheit für rund 750 Millionen Dollar. Daneben investierte Jay‑Z in der Vergangenheit immer wieder in Unternehmen wie zum Beispiel den Fahrdienstvermittler Uber oder den Hafermilchhersteller Oatly.
Ein weiterer Erfolg des Rappers ist sein Gespür für Talente. So nahm er 2005 eine noch unbekannte Musikerin aus Barbados unter Vertrag, Rihanna. Auch sie ist heute Milliardärin – und macht ihr Geld kaum noch mit der Musik. Ihr bislang letztes Album liegt schon gut ein Jahrzehnt zurück. Rihanna hat sich vor allem im Kosmetik‑ und Modemarkt einen Namen gemacht: Mit der Kosmetikmarke Fenty Beauty, die sie gemeinsam mit dem Luxuskonzern LVMH gegründet hat, erzielte sie einen Nettoumsatz von rund 450 Millionen Dollar. Hinzu kommt ihre Beteiligung an Savage X Fenty, einer Unterwäschemarke.
Anders lief es hingegen beim Altstar Bruce Springsteen. Mit 76 Jahren tourt er noch immer um die Welt. In seiner Karriere hat er mehr als 140 Millionen Platten verkauft. Und doch hat der „Boss“, wie seine Fans ihn nennen, den Großteil seines Geldes durch ein einmaliges Geschäft gemacht: mit dem Verkauf seines Musikkatalogs an Sony. So soll er 2021 mehr als 500 Millionen Dollar erzielt haben.
Und dann gibt es neben Springsteen und Beyoncé noch ein weiteres Mitglied im Club der Pop-Milliardäre, das seinen Reichtum der Musik verdankt: Taylor Swift. Allein mit ihrer Eras‑Tour soll die Amerikanerin 2023 mehr als zwei Milliarden Dollar durch Ticketverkäufe, Merchandise und einen Konzertfilm umgesetzt haben, bis heute ein Rekordwert in der Branche. Laut „Forbes“ umfasst Swifts Vermögen allein rund 800 Millionen Dollar aus Tantiemen und Tourneen, ihr Musikkatalog soll laut dem Magazin etwa 600 Millionen Dollar wert sein. Andere Experten schätzen den Wert sogar noch deutlich höher. Hinzu kommt Vermögen aus Immobilien. Mit dem Streamingdienst Disney Plus veröffentlichte Swift einen Konzertfilm und eine Dokuserie über die Eras‑Tour. Der Verkauf der Rechte soll ihr rund 75 Millionen Dollar eingebracht haben.
Das Besondere an Swift ist, dass sie wie Beyoncé ihre Projekte über eigene Firmen führt. Das zeigt vor allem eines: Wer als Musiker Milliardär werden will, der braucht Talent – aber noch mehr Unternehmergeist.