Pantisano will denn Nachfolger von Jan van Aken Linken-Chef werden
Der Bundestagsabgeordnete Luigi Pantisano will die Nachfolge von Jan van Aken als Linken-Chef antreten. Er wäre der erste Vorsitzende seiner Partei mit Migrationsgeschichte.
Er ist der erste, der seinen Hut in den Ring wirft: Luigi Pantisano will neuer Linken-Chef werden, wie er dem ARD-Hauptstadtstudio exklusiv mitgeteilt hat. Der 46-jährige Bundestagsabgeordnete aus Stuttgart bewirbt sich damit auf dem Parteitag im Juni um die Nachfolge des Noch-Vorsitzenden Jan van Aken.
Van Aken hatte gestern erklärt, aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut antreten zu wollen. Damit sucht die Partei einen neuen Co-Vorsitzenden oder eine neue Co-Vorsitzende für Ines Schwerdtner. Sie war mit van Aken vor zwei Jahren zur neuen Doppelspitze gewählt worden und will nun erneut kandidieren.
Sohn italienischer Einwanderer
„Jan war ein großartiger Vorsitzender“, sagt Pantisano über van Aken. Gemeinsam mit Schwerdtner habe er in den vergangenen anderthalb Jahren eine richtige Linie für die Partei definiert, die auch zum Erfolg geführt habe. „Diesen Weg, den sie begonnen haben, möchte ich jetzt weitergehen und weiterentwickeln“, so Pantisano weiter.
Aktuell ist er stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag. Bei der Wahl im vergangenen Jahr hat es der Sohn italienischer Einwanderer erstmals als Abgeordneter ins Parlament geschafft. Sollte er auf dem Parteitag gewählt werden, wäre er der erste Vorsitzende der Linken mit Migrationsgeschichte.
„Die Linke ist jünger, westlicher und feministischer, aber auch migrantischer geworden und ich finde, ich passe da gut rein als Kandidat“, sagt Pantisano. Er ist Mitbegründer von „Linkskanax“, einem Netzwerk von Menschen mit Migrationsgeschichte in seiner Partei.
Früher Mitarbeiter von Bernd Riexinger
Den Berliner Politikbetrieb kennt Pantisano schon länger. So war er ab 2017 unter anderem wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestagsbüro des damaligen Linken-Vorsitzenden Bernd Riexinger, der als Gegenspieler von Sahra Wagenknecht galt.
Die innerparteilichen Auseinandersetzungen um sie erlebte Pantisano somit aus nächster Nähe und erlangte für einen Fraktionsmitarbeiter ungewöhnliche Prominenz, indem er immer wieder die Abspaltung von Wagenknecht forderte.
Knapp gescheitert bei Bürgermeisterwahl in Konstanz
2020 wäre Pantisano zudem fast Oberbürgermeister in Konstanz geworden, holte von allen Kandidaten im ersten Wahlgang die meisten Stimmen. In der Stichwahl musste er sich dann aber dem Amtsinhaber von der CDU geschlagen geben.
„Er kennt die Partei seit Jahren in und auswendig und er weiß aber auch, wie man die Menschen erreicht“, sagt die Co-Vorsitzende Schwerdtner über Pantisano. Beide hätten in der Vergangenheit bereits sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet, weshalb sie sich eine Doppelspitze mit ihm gut vorstellen könne.
Pantisano genießt als Wunschkandidat zwar auch die Rückendeckung vom scheidenden van Aken, dennoch sei alles offen, betont Linken-Chefin Schwerdtner. Das letzte Wort habe am Ende der Parteitag in knapp zwei Monaten.
Source: tagesschau.de
