Anhebung sehr gut möglich: Die Schwarzen-Finanzpolitiker kontert Söder beim Spitzensteuersatz

Anhebung sehr gut möglichCDU-Finanzpolitiker kontert Söder beim Spitzensteuersatz

16.04.2026, 07:42 Uhr

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Bayerns Ministerpräsident Söder will an keinerlei Steuerschraube drehen. (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Erbschaftssteuer, Mehrwertsteuer, Spitzensteuersatz – für Bayerns Ministerpräsident wird keine davon erhöht. Ein CDU-Finanzpolitiker widerspricht zumindest im letzten Punkt. „Die Zahlen sind nicht in Stein gemeißelt“, sagt Güntzler.

Die geplante Einkommensteuerreform der Bundesregierung wird wohl auch eine Anhebung des Spitzensteuersatzes beinhalten. Davon geht der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Fritz Güntzler, aus. „Zunächst müssen wir die Bürgerinnen und Bürger entlasten, denn das haben wir versprochen“, sagte Güntzler bei Table.Today, dem Podcast von Table.Briefings. „Da kann es sein, dass wir beim Grenzsteuersatz was machen müssen.

Derzeit liegt der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent und bei 45 Prozent bei der sogenannten Reichensteuer. „Die Zahlen sind nicht in Stein gemeißelt. Wenn, geht es aber nur moderat nach oben.“ In einem Szenario, das in der Koalition diskutiert werde, würden etwa 400.000 steuerpflichtige Top-Verdiener im Saldo keine Entlastung erhalten.

Insgesamt müsse es mindestens ein Entlastungsvolumen von zehn Milliarden Euro pro Jahr geben, so Güntzler weiter. Eine Mehrwertsteuererhöhung lehnte der CDU-Abgeordnete ab. „Wir haben intern darüber diskutiert, aber bei einer Inflation von knapp unter 3 Prozent noch was draufzulegen, halte ich volkswirtschaftlich und politisch für unklug.“

Söder will Spitzensteuersatz nicht erhöhen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder lehnt ebenfalls eine höhere Mehrwertsteuer ab, wie er der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) sagte. Anders als Güntzler steht er allerdings auch einem höheren Spitzensteuersatz kritisch gegenüber. „Der sogenannte Spitzensteuersatz fängt in Deutschland bereits bei einem Einkommen an, das ein Facharbeiter oder Handwerker verdient“, sagte Söder. „Es wäre absurd, diejenigen, die heute schon die höchste Steuerlast tragen, zusätzlich zu belasten.“

Den Spitzensteuersatz zahlen Berufstätige in Deutschland ab etwa 70.000 Euro Jahresbrutto. Handwerker kommen im Durchschnitt, anders als Söder behauptet, eher selten auf ein solches Gehalt. Wie das Statistische Bundesamt für 2025 feststellt, verdienen in Vollzeit beschäftigte Handwerker mit Berufsausbildung im Schnitt 4125 Euro brutto monatlich, also knapp 50.000 Euro jährlich. Auch wenn es zwischen den Gewerken und einigen Regionen Deutschlands sicherlich deutliche Unterschiede gibt, ist die Differenz zur Bemessungsgrenze des Spitzensteuersatzes doch erheblich.

Bei Facharbeitern sieht es kaum anders aus. Laut Branchenportal Stepstone verdient ein verschwindend geringer Teil von ihnen einen Lohn, der den Spitzensteuersatz rechtfertigt. Das Mediangehalt von Facharbeitern bundesweit liegt demnach unterhalb von 40.000 Euro pro Jahr.

Quelle: ntv.de, als

Source: n-tv.de