Nach NDR-internem Skandal: Das Magazin „Klar“ mit Tanit Koch schlägt sich gut

„Klar“ ist zurück. Ohne großes Brimborium ging am Mittwoch die zweite Staffel des Magazins an den Start, an dem sich im vergangenen Jahr eine irre Debatte entzündet hatte, die zeigte, in welch trübes Fahrwasser der öffentlich-rechtliche Rundfunk, in diesem Fall der NDR, geraten ist.

Da gab es ein internes Großmobbing gegen das Magazin und dessen Moderatorin Julia Ruhs, weil „Klar“ es gewagt hatte, sich mit dem Zusammenhang zwischen Kriminalität und Zuwanderung zu beschäftigen. Eine Unterschriftenliste und eine tribunalartige Gesamtkonferenz gab es, die Hetz-Stimmung schwappte in den Rundfunkrat, Anja Reschke verunglimpfte „Klar“ in ihrer Sendung als „ein bisschen rechtsextrem“, und am Ende ging es mit der Sendung weiter – nicht aber mit Julia Ruhs.

Sie präsentiert nun nur die „Klar“-Ausgaben des Bayerischen Rundfunks, die vom NDR verantworteten gibt es von und mit der früheren „Bild“-Chefredakteurin und „Focus-Online“-Kolumnistin Tanit Koch. (Feuern müssen hätte man bei alldem indes den herumeierenden Programmdirektor des NDR.)

Ins Schema passt Tanit Koch nicht

Ob sich der linksverblasene Aufstand im Sender nun wiederholt? In das im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbreitete Politschema passen Tanit Koch und das neue „Klar“ jedenfalls nicht. Das zeigt schon das Thema ihrer ersten Sendung. In der geht es nicht um „Polizeigewalt“, sondern um Gewalt gegen Polizisten.

Koch spricht mit Polizeibeamten, einer Polizeiforscherin, einem Gewerkschafter, einem Extremismusexperten, einem Psychologen und dem NRW-Innenminister Herbert Reul. Sie schildert Einzelfälle und das Allgemeine, ist nah dran, zeigt zugleich erklärende, journalistische Distanz und wird, als sie bei der Liebknecht-Luxemburg-Demo in Berlin dreht, selbst zum Objekt des Hasses, wie sie der Deutschen Presse-Agentur erzählte.

Es habe sie überrascht, „wie aggressiv dezidiert linke Kreise bei Demos nicht nur auf die Polizei, sondern auch auf ein ARD-Mikro reagieren. Als Journalist mit ,Lügenpresse‘ und ,Staatsfunk‘ beschimpft oder noch übler beleidigt zu werden, das kennt man von Rechtsaußen- und Querdenker-Events. Dass es auch bei Antifa und Linksvermummten im Trend liegt, war zumindest mir neu.“ Die Linksvermummten steuern schlagkräftige O-Töne über die „Bullenschweine“ bei.

Dass der Hass sich nicht nur gegen die Polizisten als Projektionsfläche, sondern gegen die Menschen richtet, tritt deutlich zutage – bei Linksextremisten, Palästina-Demos und randalierenden Fußballfans. Das stellt Tanit Koch souverän zusammen (die Ermordung des Polizisten Simon Bohr und der kürzlich ergangene Schuld-Freispruch des Täters bleiben außen vor) und sorgt für einen Wechsel der Perspektive, der im öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Regel (und nicht von 45 auf 30 Minuten gekürzt) sein sollte.

Source: faz.net