Krisensitzung in Südkorea : Nordkorea testet erneut ballistische Raketen Richtung Osten
Krisensitzung in Südkorea Nordkorea testet erneut ballistische Raketen Richtung Osten
19.04.2026, 12:24 Uhr
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Nordkorea provoziert erneut durch das Abfeuern von militärischen Raketen. Trotz Verbots der Vereinten Nationen werden Kurzstreckenraketen getestet. Südkorea und die USA prüfen den Vorfall nun.
Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben erneut mehrere ballistische Kurzstreckenraketen getestet. Die südkoreanische Armee habe „mehrere nicht identifizierte ballistische Raketen“ entdeckt, die „gegen 6.10 Uhr (Ortszeit, 23.10 Uhr MESZ am Samstag) vom Gebiet Sinpo in Nordkorea in Richtung Ostmeer abgefeuert wurden“, teilte der Generalstab unter Verwendung der koreanischen Bezeichnung für das Japanische Meer mit.
Die Raketen würden inzwischen von Südkorea und den USA detailliert analysiert, erklärte der Generalstab weiter. Das Präsidialamt in Seoul berief wegen der Raketenstarts eine Krisensitzung ein. Auch das japanische Verteidigungsministerium in Tokio meldete den Start mehrerer mutmaßlich ballistischer Raketen durch Nordkorea. Diese seien nahe der Ostküste des Landes abgefeuert worden. Es sei nicht bestätigt worden, dass die Geschosse in die ausschließliche Wirtschaftszone Japans eingedrungen seien.
Es ist der siebte Start ballistischer Raketen in diesem Jahr und der vierte allein im April. Da die USA sich auf den Iran konzentrierten, sehe Nordkorea dies als einen günstigen Zeitpunkt, seine Nuklear- und Raketenkapazitäten auszubauen, sagte Lim Eul-chul, Professor an der Kyungnam Universität. Neben Raketen wurde auch Streumunition getestet. Mitte April beaufsichtigte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un einen Test strategischer Marschflugkörper, die von einem Marineschiff abgefeuert wurden.
Südkorea als „Feindstaat“
Nordkorea ist es gemäß mehrerer Resolutionen des UN-Sicherheitsrats grundsätzlich untersagt, ballistische Raketen abzufeuern. Südkoreas Präsidentenamt verurteilte den Raketenstart und forderte ein sofortiges Ende sämtlicher Provokationen. Die Regierung in Pjöngjang weist das UN-Verbot jedoch zurück und erklärt, es verletze ihr souveränes Recht auf Selbstverteidigung. Kim Jong Un hatte Ende März erklärt, der Status seines Landes als Atommacht sei unumkehrbar.
Experten zufolge weist Nordkorea mit den Waffentests Versuche Südkoreas zurück, die angespannten Beziehungen der beiden Nachbarländer wieder zu verbessern. Im Januar hatte die Regierung in Seoul etwa offiziell ihr Bedauern über das Eindringen ziviler Drohnen in den nordkoreanischen Luftraum zum Ausdruck gebracht. Kims einflussreiche Schwester Kim Yo Jong hatte dies zunächst als „sehr glücklich und weise“ gelobt. In diesem Monat bezeichnete ein ranghoher nordkoreanischer Funktionär den Süden dann jedoch wieder als „Feindstaat“, der dem Norden „am feindlichsten“ gesinnt sei.
Die Raketenstarts finden vor einem für Mitte Mai geplanten Gipfeltreffen zwischen China und den USA statt, bei dem US-Präsident Donald Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping voraussichtlich auch über Nordkorea beraten wollen. Nordkorea ist international weitgehend isoliert. Wegen seines Raketen- und Atomprogramms wurden zahlreiche internationale Sanktionen gegen das Land verhängt.
Source: n-tv.de