Irankrieg: Satellitenbildunternehmen stoppt Veröffentlichung von Kriegsaufnahmen
Das US-Unternehmen für Satellitenbilder, Planet Labs, will bis auf Weiteres keine hochauflösenden Luftaufnahmen der Kriegsgebiete im Nahen Osten mehr veröffentlichen. Damit reagiere man auf eine Aufforderung der US-Regierung an Anbieter von Satellitenbildern, wie das Unternehmen am Samstag mitteilte. Die Regierung soll demnach eine „unbefristete Zurückhaltung“ des entsprechenden Bildmaterials gefordert haben. Daher werde rückwirkend zum 9. März 2026 „auf ein Modell des kontrollierten Zugangs umgestellt“, erklärte das Unternehmen. Man gehe davon aus, dass die Einschränkung bis zum Ende des Krieges andauern werde, hieß es.
Die Maßnahme verschärft eine bereits im Vormonat verhängte Regelung, die eine 14-tägige Verzögerung bei der Veröffentlichung von Bildern vorsah und eine ursprünglich 96-stündige Verzögerung verlängerte. Damit sollte verhindert werden, dass Gegner die Aufnahmen für Angriffe auf die USA und ihre Verbündeten nutzen, wie das Unternehmen damals erklärt hatte. Neben Planet Labs hatte damals auch das Unternehmen Vantor derartige Beschränkungen verkündet.
„Dies sind außergewöhnliche Umstände, und wir tun alles, was wir können, um die Interessen all unserer Anspruchsgruppen in Einklang zu bringen“, erklärte das Unternehmen. Künftig sollen Bilder nur noch im Einzelfall für dringende und wichtige Zwecke oder im öffentlichen Interesse freigegeben werden.
Zuvor wurden Satellitenbilder innerhalb von Stunden freigegeben
Satellitenbilder werden vom Militär unter anderem zur Zielidentifizierung, Waffenlenkung und Raketenverfolgung genutzt. Der Konkurrent Vantor, ehemals Maxar Technologies, teilte der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass die US-Regierung das Unternehmen nicht kontaktiert habe. Das Unternehmen wende jedoch bereits eigene, verschärfte Zugangskontrollen für Teile des Nahen Ostens an. Das Pentagon lehnte eine Stellungnahme ab.
Zuvor stellte Planet Labs seinen Kunden die Bilder innerhalb weniger Stunden nach dem Überflug der Satelliten zur Verfügung. Das US-Recht sieht vor, dass jedes Unternehmen mit Sitz in den USA, das kommerziell hochauflösende Satellitenbilder anbietet, aus Gründen der nationalen Sicherheit oder der Außenpolitik Beschränkungen unterliegen kann.