Irankrieg: Mehrere Tanker nutzen kurzzeitige Bruchstelle jener Straße von Hormus


  • Israel und die USA haben am 28. Februar einen gemeinsamen Angriff auf den Iran gestartet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in verschiedenen Staaten der Region.
  • Ajatollah Ali Chamenei, der mehr als drei Jahrzehnte Anführer des Iran war, wurde bei den Angriffen getötet. Modschtaba Chamenei, der Sohn von Ali Chamenei, ist neues politisches und geistliches Oberhaupt des Iran.
  • Der Iran und die USA haben sich am 8. April auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Die USA stellten ihre Angriffe unter der Bedingung ein, dass der Iran die Straße von Hormus öffnet.
  • Neben eigenen Recherchen verwenden wir Material der Nachrichtenagenturen AFP, AP, dpa, epd, KNA und Reuters.
  • Mehr lesen Sie auf unserer Themenseite zum Iran.


Susanne Ködel
Susanne Ködel

Pakistan blickt positiv auf Verhandlungen zwischen USA und Iran

Trotz der neuen iranischen Beschränkungen in der Straße von Hormus sieht Vermittler Pakistan positive Signale bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Es werde noch immer auf eine Vereinbarung hingearbeitet, hieß es von pakistanischen Behördenvertretern. Die von beiden Ländern vereinbarte Waffenruhe soll am kommenden Mittwoch auslaufen.

Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar bezeichnete die Libanon-Waffenruhe bei seinem Besuch in der Türkei als gutes Zeichen. Die Kämpfe zwischen Israel und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah seien ein bei der ersten Gesprächsrunde – bei der man einer Einigung bereits »sehr nah« gekommen sei – ein großer Streitpunkt gewesen seien, sagte Dar.

Susanne Ködel
Susanne Ködel

Iran sperrt Straße von Hormus erneut

Wenige Stunden nach ihrer Öffnung hat der Iran die Beschränkungen für die Straße von Hormus erneuert. Das teilte das Hauptquartier der iranischen Streitkräfte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Fars mit. Die islamische Republik begründete die erneute Schließung mit Verstößen der USA gegen geltende Vereinbarungen.

Der Iran hatte die Öffnung der für den Handelsverkehr wichtigen Meerenge gestern angekündigt. Trotz dessen hatte US-Präsident Donald Trump daraufhin angegeben, nicht von der US-Blockade iranischer Häfen abrücken zu wollen.

Eine ausführliche Meldung dazu lesen Sie hier:

Susanne Ködel
Susanne Ködel

Iran gibt östlichen Luftraum für internationale Flüge frei

Im Zuge der Waffenruhe mit den USA hat der Iran nach Angaben der Luftfahrtbehörde des Landes einen Teil seines Luftraums wieder für internationale Flüge geöffnet. Flugrouten im Osten des Landes könnten nun genutzt werden, teilte die zivile iranische Luftfahrtbehörde mit. Einige bislang geschlossene Flughäfen im Iran nahmen am Morgen ihren Betrieb wieder auf.

Daten des Flugtrackingportals Flightradar24 zufolge hat es bisher allerdings noch keine internationalen Flüge über iranisches Gebiet gegeben. Einige Airlines nahmen stattdessen lange Umwege in Kauf, um den iranischen Luftraum nicht zu passieren.

Anastasia Tikhomirova
Anastasia Tikhomirova

Pakistans Regierungschef und Armeechef beenden Vermittlungsbesuche im Irankrieg

Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif hat eine mehrtägige Vermittlungsreise in der Region beendet. Nach Besuchen in Saudi-Arabien und Katar reiste er zuletzt in die türkische Stadt Antalya. Dort traf er Präsident Recep Tayyip Erdoğan und nahm an einem Diplomatentreffen teil. Sharif sprach bei seiner Abreise von einer »erneuerten Verpflichtung«, die »enge Zusammenarbeit« fortzusetzen, um den Dialog und die Diplomatie im Interesse eines dauerhaften Friedens und einer dauerhaften Stabilität in der Region voranzubringen.

Sharif spielte bereits eine wichtige Rolle bei den ersten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran über ein Ende des Krieges. Parallel dazu beendete auch Pakistans Armeechef Asim Munir einen mehrtägigen Besuch in Teheran. Er traf dort mehrere hochrangige iranische Regimevertreter. 

Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif am Flughafen von Doha in Katar
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif am Flughafen von Doha in Katar. Qatar News Agency/REUTERS

Leon Ginzel
Leon Ginzel

Erste Tanker passieren Straße von Hormus

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, haben mehrere Schiffe den Persischen Golf verlassen und die Straße von Hormus durchquert. Das würden Schiffspositionsdaten zeigen. Dabei habe es sich um Schiffe mit Flüssiggas und mehrere Öl- und Chemikalientanker gehandelt. Weitere Tanker aus dem Golf seien ebenfalls auf dem Weg zur Meerenge.

Die ZEIT hat die Daten bei den Schiffsverfolgungsdiensten VesselFinder und MarineTraffic verifiziert und kann die Angaben bestätigen. 

Ein Schiff in der Straße von Hormus vor der Küste der Provinz Musandam in Oman
Ein Schiff in der Straße von Hormus vor der Küste der Provinz Musandam in Oman. Reuters

Anastasia Tikhomirova
Anastasia Tikhomirova

Trump droht mit Ende der Waffenruhe im Iran

US-Präsident Donald Trump hat mit einem Ende der Waffenruhe mit Iran gedroht, sollte bis Mittwoch keine langfristige Einigung zur Beendigung des Krieges erzielt werden. Er betonte erneut, die USA würden an ihrer Blockade der Straße von Hormus festhalten: »Die Blockade bleibt, und leider müssen wir dann wieder anfangen, Bomben abzuwerfen.«

Wenig später sprach Trump von neuen »ziemlich guten Nachrichten« in Bezug auf den Iran. »Wir haben vor 20 ​Minuten ziemlich gute Nachrichten bekommen, es ⁠scheint im Nahen Osten mit dem Iran ​sehr gut zu laufen«, so der US-Präsident vor Journalisten an Bord der Air ‌Force ⁠One. Weitere Details nannte er nicht.

Donald Trump spricht im Donald Trump spricht im AC Hotel in Las Vegas, Nevada
Donald Trump spricht im Donald Trump spricht im AC Hotel in Las Vegas, Nevada. Win McNamee/Getty Images

Bastian Hartig
Bastian Hartig

Rutte hält Nato-Austritt der USA für abwegig

Nato-Generalsekretär Mark Rutte hält nichts von Spekulationen über einen möglichen Austritt der USA aus dem Verteidigungsbündnis. Der Welt am Sonntag sagte Rutte: 
Ich sehe nicht, dass die USA die Nato verlassen werden.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte

Auch der ​nukleare Schutz Europas durch Amerika ⁠stehe nicht infrage. »Der Nuklearschirm der Amerikaner ist der ultimative Garant von Sicherheit hier in Europa. Und ich bin überzeugt davon, dass es so bleiben wird«, sagte Rutte.

US-Präsident Donald Trump hatte Stunden zuvor erneut die Nato als »nutzlos« beschimpft, weil sie ihm Hilfe im Konflikt um die blockierte Ölhandelsstraße von Hormus versagt hatte.

Vera Sprothen
Vera Sprothen

China könnte laut Bericht iranisches Uran übernehmen

China soll bereit sein, angereichertes Uran aus dem Iran zu übernehmen oder auf einen niedrigeren Anreicherungsgrad zu bringen, falls die USA und der Iran dies wünschten. Dies hat die Nachrichtenagentur AP von einem Diplomaten erfahren, der in die Überlegungen der Führung in Peking eingeweiht ist. Auch der konservative US-Sender Fox News berichtete über die Sache. China ist der wichtigste Handelspartner Irans.

Vera Sprothen
Vera Sprothen

Iran will Meerenge bei anhaltender US-Blockade wieder schließen

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat eine erneute Blockade der Straße von Hormus angedroht, sollten die USA ihrerseits nicht die Durchfahrt von Schiffen zu iranischen Häfen erlauben.
Bei der Fortsetzung der Blockade wird die Straße von Hormus nicht offen bleiben.

Mohammed Bagher Ghalibaf, Parlamentspräsident des Iran

Vera Sprothen
Vera Sprothen

Ölfrachtverkehr durch Hormus-Straße bleibt eingeschränkt

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus beschränkt sich nach Angaben der Datenfirma Kpler weiterhin auf einige genehmigungspflichtige Korridore. Das Unternehmen bezieht sich auf das aktuelle Lagebild am Freitagabend (Ortszeit). Bis zu einer vollständigen Normalisierung des Ölhandels könnten laut Kpler noch Monate vergehen.

Wie iranische Staatsmedien berichten, verpflichtet der Iran sämtliche durchfahrenden Schiffe, festgelegte Routen zu nutzen und sich mit der Revolutionsgarde des Iran abzustimmen.

Ein Satellitenbild zeigt Frachtschiffe, die vor Dubai am 17. April auf die Weiterfahrt zur Straße von Hormus warten.
Ein Satellitenbild zeigt Frachtschiffe, die vor Dubai am 17. April auf die Weiterfahrt zur Straße von Hormus warten. EU-Copernicus Sentinel-2/Handout via Reuters

Marlena Wessollek
Marlena Wessollek

Centcom-Chef meldet Schiffsbewegungen durch Straße von Hormus

Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) hat sich nach der Bekanntgabe der Öffnung der Straße von Hormus zuversichtlich gezeigt. Schiffe würden sich bereits durch die Meerenge bewegen, sagte Centcom-Kommandeur Brad Cooper. »Wir werden sehen, wie sich das in Zukunft entwickelt. Aber ich denke, wir sollten alle optimistisch bleiben«, sagte er.
Cooper bestätigte auch Aussagen von Präsident Donald Trump, wonach das US-Militär daran arbeiten werde, die Straße von Hormus von Minen zu räumen. »Es ist eine Mission, die wir übernommen haben«, sagte Cooper, ohne weitere Details zu nennen. Zudem verteidigte Cooper Trumps Entscheidung, auch nach der Öffnung der Straße von Hormus an der Seeblockade gegen den Iran festzuhalten.

Marlena Wessollek
Marlena Wessollek

Libanons Präsident will Armee im Südlibanon stationieren

Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat das libanesische Militär angewiesen, nach einem israelischen Abzug in den Südlibanon einzurücken. Die Streitkräfte würden im Südlibanon stationiert und die bewaffnete Präsenz nicht staatlicher Kräfte beenden, sagte Aoun mit Blick auf die proiranische Hisbollah-Miliz. 

Für den Libanon hätte es nun Priorität, die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah zu festigen, den Abzug der israelischen Streitkräfte zu erwirken, libanesische Gefangene zu befreien und die Grenzstreitigkeiten mit Israel beizulegen, sagte Aoun weiter. 

David Rech
David Rech

Iran fordert Ende der US-Blockade in Straße von Hormus

Satellitenbild eines Teils der Straße von Hormus
Satellitenbild eines Teils der Straße von Hormus. EU/Copernicus-Sentinel-2/Reuters
Der Iran hat die USA aufgefordert, die Blockade von Schiffen zu beenden, die von iranischen Häfen kommen oder diese ansteuern wollen. Sollten die USA dabei bleiben, würden Gegenmaßnahmen ergriffen, teilt das Außenministerium im Staatsfernsehen mit. US-Präsident Donald Trump hat dagegen angekündigt, die Blockade werde in vollem Umfang aufrechterhalten, bis ein Abkommen mit der Regierung in Teheran abgeschlossen sei.

Lesen Sie unsere ausführliche Meldung hier:

David Rech
David Rech

Trump deutet neue Verhandlungen für das Wochenende an

US-Präsident Donald Trump hat eine weitere direkte Gesprächsrunde mit dem Iran angedeutet. »Die Iraner wollen sich treffen«, sagte Trump dem Nachrichtenportal Axios. »Sie wollen eine Einigung erzielen. Ich denke, ein Treffen wird wahrscheinlich am Wochenende stattfinden.« 

David Rech
David Rech

UN-Generalsekretär begrüßt Öffnung der Straße von Hormus

António Guterres hat die Öffnung der Straße ​von Hormus durch den Iran begrüßt. Das sei ein »Schritt in die richtige Richtung«, zitierte UN-Sprecher Stéphane Dujarric den Generalsekretär der Vereinten Nationen. Guterres bleibe aber bei der Forderung nach einer »vollständigen Wiederherstellung der internationalen Schifffahrtsrechte und -freiheiten« in der Meerenge, sagte Dujarric. »Er hofft zudem, dass diese Maßnahme zusammen mit der Waffenruhe dazu beitragen wird, Vertrauen zwischen den Parteien zu schaffen und den von Pakistan vermittelten Dialog zu stärken«, sagte der Sprecher.