Harvard Universität: US-Regierung ordnet „verstärkte Finanzüberwachung“ zum Besten von Harvard an

Das US-Bildungsministerium hat die Eliteuniversität Harvard unter „verstärkte Finanzüberwachung“ gestellt. Die Behörde teilte auf ihrer Webseite mit, sie habe Bedenken hinsichtlich der finanziellen Lage der Einrichtung. Wegen der Maßnahme müsse Harvard zunächst eigene Mittel zur Auszahlung von staatlichen Studienbeihilfen verwenden, bevor es Gelder vom Bildungsministerium in Anspruch nehmen könne.

Außerdem fordert das Bildungsministerium Harvard dazu auf, eine Bürgschaft in Höhe von 36 Millionen US-Dollar zu hinterlegen, um zu beweisen, dass es seine finanziellen Verpflichtungen erfüllen könne. Das Bildungsministerium drohte zudem mit weiteren Maßnahmen, sollte Harvard nicht mehr Unterlagen vorlegen, anhand derer geprüft werden könne, ob bei der Zulassung von Studenten illegal die ethnische Zugehörigkeit berücksichtigt werde.

Harvard kündigte zuletzt Ausgabenkürzungen an

Seit Monaten geht die Regierung von US-Präsident Donald Trump gegen private Universitäten vor, denen sie vorwirft, „woke“ und politisch einseitig zu sein. Zunächst entzog das US-Heimatschutzministerium Harvard das Recht, ausländische Studierende aufzunehmen – und scheiterte damit vor Gericht. Auch der Beschluss, der Universität Fördergelder zu entziehen, wurde gekippt, da ein Gericht ihn als verfassungswidrig einstufte. Anfang Juni verkündete Trump dann einen Visastopp für ausländische Studierende der Bildungseinrichtung.

Harvard verfügt über ein Stiftungsvermögen von 53 Milliarden US-Dollar, Universitätsverantwortliche äußerten sich bislang nicht zu den angeblichen finanziellen Schwierigkeiten. In den vergangenen Monaten waren allerdings Entlassungen vorgenommen und Ausgaben gekürzt worden. Im Juli hatte Harvard mitgeteilt, dass die Maßnahmen der US-Regierung den Universitätshaushalt mit jährlich knapp einer Milliarde Dollar belasten könnten.