Foltervorwürfe gegen israelische Soldaten: „Wie können wir noch Vertrauen in die israelische Justiz haben?“

Schützt Israels Justiz ihre
Soldaten trotz schwerwiegender Anschuldigungen? Dieser Vorwurf steht im Raum,
seit der oberste Militärstaatsanwalt Itai Ofir vergangene Woche anordnen ließ, die
Anklage gegen fünf Reservesoldaten fallen zu lassen. Ihnen wurde vorgeworfen,
einen Palästinenser im Militärgefängnis Sde Teiman misshandelt zu haben.

Seine Entscheidung begründete Ofir
unter anderem damit, dass das mutmaßliche Opfer im Oktober 2025 nach Gaza
freigelassen worden sei, im Zuge des Austauschs der letzten israelischen
Geiseln in Hamas-Gefangenschaft gegen palästinensische Gefangene. Was er damit
andeuten will: Ein Verfahren ist schon allein deshalb nicht mehr möglich, weil der
Mann, der von Soldaten auf grausame Weise misshandelt worden sein soll, nicht
mehr greifbar ist. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu begrüßte
den Schritt: „Der Staat Israel muss seine Feinde verfolgen, nicht seine
heldenhaften Soldaten“, erklärte er in einer Stellungnahme.