England: Hund gräbt mögliches Beweisstück in 160 Jahre altem Mordfall aus

Die Hinrichtung von Mary Ann Ashford veränderte das viktorianische England. Ein Hund soll nun einen Gegenstand gefunden haben, der einen Hinweis auf den damaligen Fall gibt.
Vor 160 Jahren bewegte ein Mordfall die Menschen in der englischen Grafschaft Devon: Eine Frau hatte ihren Ehemann vergiftet und wurde dafür zum Tode verurteilt. Ein Hund könnte nun ein mögliches Beweisstück in dem Fall gefunden haben.
Der Labrador Stanley hat nämlich im eigenen Garten ein kleines blaues Fläschchen ausgegraben, erzählte sein Besitzer Paul Phillips dem Portal „Devon Live”. Darauf befinde sich ein Hinweis, der davor warnt, die Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Phillips vermutet, dass es sich um das Behältnis für die Substanz handelte, mit der damals der Giftmord verübt wurde.
Giftmord aus dem Jahr 1865
Mary Ann Ashford hatte 1865 ihrem Mann William mit Arsen und Strychnin versetztes Ungezieferpulver in den Tee getan, heißt es in damaligen Zeitungsberichten. Die 45-Jährige soll eine Affäre mit einem 22 Jahre jüngeren Mann gehabt haben und tötete ihren Gatten angeblich, um mit dessen Geld und ihrem Liebhaber ein neues Leben anzufangen. Ashford bekannte sich schuldig, machte aber keine ausführlichere Aussage.
Die Recherchen von Hundebesitzer Phillips ergaben, dass das Giftfläschchen, welches der Vierbeiner ausgegraben hatte, ab der Mitte des 19. Jahrhunderts verkauft wurde. Und er fand heraus, dass Mary Ann und William Ashford offenbar in der direkten Nachbarschaft im Dorf Clyst Honiton lebten.
Für Phillips passt beides zusammen: „Ich kann nicht sagen, warum die Flasche hier vergraben wurde, und sie wäre für viele verschiedene Zwecke sehr nützlich gewesen, aber welchen Grund hätten sie gehabt, sie zu vergraben? Es könnte die Flasche gewesen sein, die sie benutzt hat”, sagte er „Devon Live”.
Hinrichtung führte zu Umdenken in England
Der Mordfall Ashford ist in England auch nach 160 Jahren noch bekannt – vor allem durch die Hinrichtung von Mary Ann Ashford. Sie wurde, wie damals üblich, öffentlich gehängt, 20.000 Menschen sollen bei der Exekution zugeschaut haben. Die Hinrichtung verlief jedoch nicht wie geplant und zog sich drei Minuten lang hin.
Der Fall sorgte schließlich dafür, dass das Parlament zwei Jahre später öffentliches Hängen verbot. Mary Ann Ashford war eine der letzten Personen in England, die auf diese Weise hingerichtet wurde.
Source: stern.de