Ehemaliger Justizminister: Marco Buschmann schließt sich White & Case an

Für Marco Buschmann, bis zum Ausscheiden der FDP aus der Ampelkoalition im November 2024 Bundesjustizminister, ist es die Rückkehr zu seinem früheren Arbeitgeber. Von Februar an ist er als Rechtsanwalt im Berliner Büro der US-Kanzlei White & Case tätig. Dies teilten der langjährige FDP-Bundestagsabgeordnete und das Management der Großkanzlei der F.A.Z. vorab mit.

Buschmann wird bei White & Case als sogenannter Counsel eingestuft. Dies entspricht in Großkanzleien einer Vorstufe zur Partnerschaft und wird üblicherweise von Anwälten mit Berufserfahrung besetzt.

Lehrreiche Zeit in Düsseldorf

„Bei White & Case habe ich das Transaktionsgeschäft gelernt. Daher weiß ich, was mich erwartet: juristische Exzellenz, großartige Kolleginnen und Kollegen und ein unternehmerisch geprägtes Umfeld“, sagt Buschmann über seinen künftigen Arbeitgeber. Dem Vernehmen nach führte der ehemalige Justizminister, der seinen Beruf als Anwalt und seine Zulassung neben seinen politischen Ämtern nie aufgegeben hatte, in den vergangenen Monaten auch Gespräche mit weiteren Sozietäten.

Den Ausschlag für die Großkanzlei White & Case gab unter anderem, dass der 48 Jahre promovierte Jurist schon zwischen 2007 und 2009 als „Associate“ in deren Düsseldorfer Standort tätig war. In der Gesellschaftsrechtspraxis beriet er als Junganwalt bei Unternehmenstransaktionen, Projektfinanzierungen und im Nachgang zu fehlgeschlagenen Deals.

Von Berlin in das globale Netzwerk

Von Berlin aus, wo der gebürtige Gelsenkirchener seit Jahren auch seinen privaten Lebensmittelpunkt hat, wird er in der internationalen Praxisgruppe Mergers & Acquisitions (M & A, Unternehmenskäufe und Fusionen) tätig sein. Karsten Wöckener, Deutschlandchef der US-Kanzlei, freut sich, den einstigen Kollegen wieder begrüßen zu können: „Seine juristische Kompetenz und sein Verständnis für politische Zusammenhänge sind eine wertvolle Bereicherung für unser Team.“

Buschmann war 2009 erstmals in den Bundestag eingezogen und hatte seine Tätigkeit für White & Case damals ruhen lassen. 2014 folgte die endgültige Trennung. Buschmann blieb der Sozietät in Freundschaft verbunden, trat aber als selbstständiger Anwalt auf. Im Sommer desselben Jahres wurde er vom Bundesvorstand der FDP zu deren Bundesgeschäftsführer berufen; dieses Amt übte er die folgenden drei Jahre aus. Nach dem Wiedereinzug der Liberalen ins Parlament im Jahr 2017 war Buschmann mehrere Jahre Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion.

Im Kabinett von Bundeskanzler Olaf Scholz übernahm er von Dezember 2021 an die Leitung des Justizressorts. Nach der Wahlniederlage im Februar 2025 kündigte Buschmann, der zwischenzeitlich auch FDP-Generalsekretär war, nach 16 Jahren seinen Rückzug aus der Politik an.