Diese Sperre trübt Bayerns Halbfinal-Jubel

Bei den Bayern herrschte eine Mischung aus Freude und Erleichterung. Der deutsche Rekordmeister hat nicht nur Real Madrid aus der Champions League geworfen, sondern ein Spektakel geliefert.

„Ich glaube, es hat sich gelohnt, bis zum Ende zu gucken. Ich hoffe, alle Kinder in Deutschland durften ein bisschen länger wachbleiben. Ich hoffe, meine Frau hat meinen Sohn ein bisschen länger wachgelassen. Morgen dann zur dritten Stunde in die Schule“, sagte Kapitän Joshua Kimmich nach dem 4:3 im Rückspiel bei DAZN.

Sollten Kimmichs vier Kinder – zwischen 2019 und 2024 geboren – tatsächlich bis zum Schlusspfiff durchgehalten habe, sahen sie den perfekten Schlusspunkt für ihren Vater. Kimmich durfte bejubeln, wie Luis Diaz und Michael Olise einen 2:3-Pausenrückstand kurz vor Schluss in einen Sieg verwandelten. „Die erste Halbzeit hatte einiges zu bieten, die zweite Halbzeit war dann ein bisschen ruhiger. Bisschen weniger Torchancen, bisschen weniger Spektakel. Dafür hatten es die letzten fünf Minuten in sich“, analysierte Kimmich.

Seine Mannschaft hatte sich zuvor von mehreren Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lassen. Weder vom frühen Patzer von Manuel Neuer, der in der ersten Minute ein Gegentor per Fehlpass einleitete („Es war ein Schweineball von mir.“), noch von den beiden weiteren Gegentoren vor der Halbzeit. „Das Spiel zeigt ein bisschen, wie wir sind. Wir kommen zurück“, zeigte sich Sportvorstand Max Eberl begeistert.

Kimmich richtete den Blick schon auf das Halbfinale gegen Paris St. Germain. „Jetzt treffen die momentan beiden besten Mannschaften Europas aufeinander“, sagte er.

Eberl über Kompany-Sperre: „Um Gottes Willen“

Im Hinspiel wird Vincent Kompany fehlen. Der Trainer sah seine dritte Gelbe Karte. „Ist das so?“, fragte Eberl. „Wir sind in die Kabine gekommen und haben gesagt: Großartig, kein Spieler gesperrt. Jetzt ist der Trainer gesperrt, um Gottes Willen.“ Vier Spieler waren vorbelastet, erwischt hat es am Ende den Coach.

Kompany beschwerte sich nach 43 Minuten bei Schiedsrichter Slavko Vincic, weil ein Zweikampf von Antonio Rüdiger an Josip Stanisic vor dem 2:3 durch Kylian Mbappé ungeahndet blieb. „Auch gegen diese Widerstände sind wir angekommen“, sagte Eberl.

Kompany selbst wollte seinen Ärger über die Sperre zunächst verbergen. „Ich bin glücklich, die Jungs haben das verdient. Dann müssen sie halt ins erste Spiel ohne mich an der Linie“, sagte der Belgier. Dann übte Kompany doch Kritik: „Ich finde die Entscheidung auch nicht richtig“, sagte er. „Es ist normal, dass ich in dieser Phase etwas sage. Unser Spieler sitzt auf dem Boden.“ Der Schiedsrichter habe die Gelbe Karte zu schnell gezeigt.

Auch kritisierte Kompany erneut die Regel, dass Spieler wie Trainer bereits nach drei Gelben Karten gesperrt fehlen. „Du hast in diesem Format so viele Extra-Spiele (acht Gruppenspiele statt sechs, d. Red.), und trotzdem ist es so streng“, sagte der Coach. Schon vor dem Spiel hatte er diese Auslegung der Uefa bemängelt.

Source: welt.de