Cyberkrieg: Angriffe nonstop: So kämpft Estlands Cyberarmee
Was passiert, wenn ein Land plötzlich offline geht? Wenn, wie in Estland, zuerst die Internetseite der Regierung verschwindet, dann die des Parlaments und schließlich die der Bürgerämter? Wenn niemand mehr erfährt, was vor sich geht, weil Nachrichtenportale nicht erreichbar sind? Wenn Onlineüberweisungen scheitern, im Portemonnaie kaum Bargeld liegt? Wenn man im Notfall die 112 wählt und nicht sicher sein kann, dass jemand abhebt?
„Es war verwirrend und Furcht einflößend“, erinnert sich Katrin Vaga an Estlands Internet-Shutdown. „Niemand wusste, was los war.“ Vaga, eine ehemalige Journalistin, war gerade im Ausland. Wochenlang konnte sie nicht auf ihr Onlinebankkonto zugreifen, die größten Medienseiten blieben offline. „Wir Esten waren schockiert“, sagt sie. Sie hätten sich orientierungslos gefühlt. Verloren, in einer Welt, die ohne Internet nicht mehr richtig funktionierte. War der Ausfall eine technische Störung? Ein Angriff gegen Estlands Regierung?