Bürgerkrieg: Sudan hat laut US-Angaben Chemiewaffen eingesetzt

Die Armee im Bürgerkriegsland Sudan
hat nach US-Angaben im vergangenen Jahr weltweit verbotene Chemiewaffen
eingesetzt. Das US-Außenministerium teilte dem Kongress mit, dass es deren Einsatz festgestellt habe. Daraufhin seien Sanktionen verhängt worden, die in
Kürze in Kraft treten würden, darunter Beschränkungen für
US-Exporte und Finanzhilfen für die sudanesische Regierung.

Ministeriumssprecherin Tammy Bruce teilte mit, die US-Regierung fordere die sudanesische
Regierung auf, „den Einsatz von Chemiewaffen einzustellen und ihren
Verpflichtungen im Rahmen des Chemiewaffenübereinkommens nachzukommen“.
Der Einsatz solcher Waffen ist unter der Kriegswaffenkonvention weltweit
verboten. Wann und wo die Chemiewaffen im Sudan eingesetzt worden sein sollen, ist bisher nicht bekannt.

Laut Medienberichten setzte die Armee giftiges Chlorgas ein

Die New York Times hatte im Januar berichtet, dass die sudanesische
Armee bei ihren Kämpfen gegen die gegnerische RSF-Miliz in mindestens
zwei Fällen in abgelegenen Gebieten chemische Waffen eingesetzt habe.
Unter Berufung auf anonyme US-Regierungsvertreter berichtete die
Zeitung, dass es sich offenbar um giftiges Chlorgas
gehandelt habe.

Die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah Burhan
und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohammed Hamdan Daglo kämpfen im Sudan seit mehr als zwei
Jahren um die Macht. Der Norden und der Osten des Landes
sind weitestgehend unter der Kontrolle der Militärregierung. Die RSF-Miliz
kontrolliert große Gebiete des Südens und fast die komplette westliche
Region Darfur.

Nach Angaben der UN wurden in dem Konflikt Zehntausende Menschen getötet, 13 Millionen Menschen sind auf der
Flucht. Die EU spricht von 15 Millionen Vertriebenen. Sowohl der Armee
als auch der RSF-Miliz werden Kriegsverbrechen vorgeworfen.