Buckelwal sucht Weg aus dieser Bucht – Meeressäuger sitzt plötzlich wieder starr
Knapp drei Wochen saß ein Buckelwal vor der Insel Poel fest. Nun hat sich der Meeressäuger freigeschwommen. Boote begleiteten ihn. Doch plötzlich verharrte das Tier an einer Stelle.
Der seit knapp drei Wochen vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns festsitzende Buckelwal schwimmt wieder. Dies ist auf Livestreams zu erkennen.
Er wechselte dabei mehrfach die Richtung und wird aktuell von Booten begleitet. Nach Informationen des NDR bewegte sich das Tier zunächst mehr in Richtung Hafen – also tiefer in die Wismarbucht ein. Von den Booten aus wurde zunächst vergeblich versucht, ihn gezielt in Richtung offene Ostsee zu lenken.
Verfolgen Sie im Livestream, wie sich der Buckelwal durch die Bucht vor Poel freischwimmt
Zwei Stunden, nachdem er losgeschwommen war, lag der Buckelwal plötzlich wieder auf. Auf Livestreams war zu sehen, wie das Tier nahe der Fahrwassertonnen verharrte und wild mit den Flossen schlug. Vereinzelt stieß der Meeressäuger Fontänen aus. Begleitboote hielten Abstand.
Der Meeressäuger hatte seit dem 31. März in der Wismarbucht vor der Insel Poel festgelegen. Bislang geplant war, dass unter den Wal eine zwischen Pontons – also schwimmenden Plattformen – befestigte Plane geführt wird. Damit sollte er aus dem flachen Bereich geholt und später Richtung Nordsee gebracht werden. Für den Fall, dass der Wal losschwimmt, sollte den Angaben der Initiative „Plan B“ greifen und der Wal durch Boote geleitet werden.
Der Wasserpegel war zuletzt gestiegen und ermöglichte womöglich das Freischwimmen – bis zum Mittag soll er nach Angaben des NDR auf etwa 1,70 Meter, etwa 40 Zentimeter über normal. Nach Messungen des Umweltministeriums ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.
Der Meeressäuger lag seit dem 31. März in der Wismarbucht vor der Insel Poel fest. Die leitende Tierärztin der privaten Initiative, Janine Bahr-van Gemmert, sagte der Nachrichtenagentur dpa, man sei auf dem Weg zum Hafen. Boote stünden parat.
Die Vertreter der Rettungsinitiative auf Poel sahen sich zuletzt auf sehr gutem Weg und im Zeitplan. Der Wal habe am Sonntagmorgen „tolle Reaktionen“ und viel Lebensenergie gezeigt. Sie schlossen am Sonntag nicht aus, dass sich der rund zwölf Meter lange Meeressäuger aus eigener Kraft freischwimme.
In diesem Fall greife „Plan B“. „Das heißt, die DLRG-Boote sind auf Stand-by, dass für den Fall, dass er losschwimmt, wir ihn dann guiden können. Und es ist sichergestellt, dass wir ihn dann auch bis in die Nordsee und dann über die Nordsee in den Atlantik leiten können“, sagte Rechtsanwältin Constanze von der Meden von der privaten Rettungsinitiative.
Ein Finanzier der Aktion, der Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, zeigte sich pessimistischer. Der Wal registriere vollumfänglich, dass er völlig frei sei. Daher sei die Frage, „ob sich dieser Wal noch geleiten lässt“.
Seit 20 Tagen in der Wismarbucht
Bislang geplant war, dass unter den Wal eine zwischen Pontons – also schwimmenden Plattformen – befestigte Plane geführt wird. Damit soll er aus dem flachen Bereich geborgen und später Richtung Nordsee gebracht werden. Die Pontons sollen dazu von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. Die Netzplane, auf der das Tier zwischen Pontons in die Nordsee und in den Atlantik transportiert werden soll, war nach Behördenangaben bereits im Wasser.
Seit Anfang März war der Wal den Angaben zufolge immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Das Tier hatte sich demnach wiederholt in Netzen verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit. Mehrfach lag der Wal fest.
dpa/rct/krö
Source: welt.de