Berlin gegen hohe Mieten: Deckel zu Händen Investoren

In der Bundeshauptstadt ist der Wohnraum knapp. Das unterscheidet Berlin kaum von anderen Großstädten, aber der Umgang ist anders. Die Hauptstadt kommt auf mehr als zwei Millionen Wohnungen: Genau 2.058.666 Wohnungen waren es laut Statistikbehörde zum Jahresende 2024.
In dem Jahr sind bloß 15.362 Wohnungen hinzugekommen, vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Wobei mancher gewiss sagen wird, dass immerhin noch so viele Wohnungen entstanden sind angesichts der dortigen Behörden und Bürgerproteste.
So oder so fehlen nach Schätzungen mehrere Zehntausend Wohnungen. Ein vernünftiger Weg wäre es, auf mehr Wohnungsbau zu setzen. Mit dem Schneller-Bauen-Gesetz versucht die Landeskoalition von CDU und SPD immerhin, die Prozesse zu erleichtern.
Aber statt die Anreize dafür zu erhöhen, läuft die Debatte in Richtung Enteignungen größerer privater Vermieter. Angesichts der Nachfrage sind zwar die Preise für Neuvermietungen in Berlin gestiegen, aber nach Auswertungen liegen die Angebotsmieten in München, Frankfurt und Stuttgart noch höher. Ganz zu schweigen vom Mietniveau in anderen Hauptstädten Europas.
Im Wahlkampf will die Berliner SPD nun bestimmte Mieten begrenzen und den Gewinn von Wohnungsunternehmen gleich mit. Das steht auch rechtlich auf wackeligen Füßen. Der Wunsch nach dem Deckel stärkt den fatalen Eindruck, dass Investoren und Vermieter in der Hauptstadt nur begrenzt willkommen sind.