Washington droht mit Sanktionen: US-Regierung erwägt zweite Iran-Verhandlungsrunde in Pakistan

Washington droht mit SanktionenUS-Regierung erwägt zweite Iran-Verhandlungsrunde in Pakistan

16.04.2026, 00:27 Uhr

Um ein Wiederaufflammen des Krieges abzuwenden, könnte der Iran Schiffen die freie Durchfahrt auf der omanischen Seite der Straße von Hormus gestatten. (Foto: picture alliance / dpa)

Teheran signalisiert mit einem Vorschlag zur Straße von Hormus offenbar erstmals Kompromissbereitschaft – droht aber gleichzeitig mit einer Rekrutierungswelle. Die US-Regierung rechnet mit einem baldigen „Deal“.

Nach dem Scheitern einer ersten Runde von Friedensgesprächen mit dem Iran in Pakistan erwägt die US-Regierung eine zweite Verhandlungsrunde. „Es gibt diese Diskussionen“, sagte die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, über die Möglichkeit neuer Gespräche. Die US-Regierung sei guter Dinge, dass es zu einem „Deal“ kommen könne. Eine zweite Gesprächsrunde würde „sehr wahrscheinlich“ wieder in Pakistans Hauptstadt Islamabad stattfinden, sagte Leavitt.

Eine erste Runde von Verhandlungen zwischen Vertretern des Iran und der USA war am Wochenende in Islamabad ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Wichtigster Streitpunkt war das iranische Atomprogramm. Trump verhängte daraufhin eine Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus.

Angesichts der festgefahrenen Situation drohte US-Finanzminister Scott Bessent der Führung in Teheran mit weiteren Sanktionen: So könnten beispielsweise Strafmaßnahmen gegen Unternehmen und Länder verhängt werden, die weiterhin iranisches Öl kaufen oder iranische Vermögenswerte verwalten. „Die Iraner sollten wissen, dass dies das finanzielle Äquivalent zu den Bombenangriffen ist“, mahnte Bessent.

Um ein Wiederaufflammen des Krieges mit den USA abzuwenden, könnte der Iran Schiffen die freie Durchfahrt auf der omanischen Seite der Straße von Hormus gestatten, sagte eine von der iranischen Regierung unterrichtete Person. Damit würde die Islamische Republik erstmals von Maximalforderungen abrücken. Voraussetzung sei jedoch, dass die US-Regierung auf die übrigen Forderungen Irans eingehe. Dazu gehören unter anderem die Freigabe eingefrorener Vermögen und ein Ende der Sanktionen. Unklar blieb, ob alle Schiffe – auch solche mit Verbindungen zu Israel – die Route passieren dürften.

26 Millionen Iraner melden sich angeblich für Kriegsdienst

Trotz einer Waffenruhe melden sich nach Angaben des staatlichen Senders Irib angeblich immer mehr Iraner freiwillig für den Kriegsdienst. Demnach sollen sich mehr als 26 Millionen Menschen für die Kampagne „Leben opfern“ registriert haben. Im Iran leben rund 90 Millionen Menschen. Laut dem iranischen Staatssender sollen die Freiwilligen zusätzlich zu den Truppen der Revolutionsgarden und der Armee eingesetzt werden. Zudem seien Menschenketten zum Schutz möglicher Angriffsziele geplant. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

Zu den Registrierten sollen Irib zufolge auch Präsident Massud Peseschkian, die meisten seiner Minister sowie zahlreiche Amtsträger, Sportler und Künstler gehören. Auch der derzeit einflussreiche Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf habe sich für den Kriegsdienst registrieren lassen.

Die USA und der Iran hatten sich vor einer Woche auf eine zweiwöchige Feuerpause verständigt. In dieser Zeit soll unter Pakistans Vermittlung über ein dauerhaftes Ende des Krieges verhandelt werden, der Ende Februar mit den US-israelischen Angriffen auf den Iran begonnen hatte.

Quelle: ntv.de, bho/AFP/rts

Source: n-tv.de