Kabinett berät zu FeuerpauseIsrael weitet Angriffe auf Hisbollah-Miliz im Libanon aus
16.04.2026, 01:03 Uhr
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Anfang der Woche verhandeln Israel und der Libanon erstmals seit Jahrzehnten wieder. Doch Ministerpräsident Netanjahu hält an den Angriffen auf die mit dem Iran verbündete Hisbollah fest. Das Sicherheitskabinett soll über einen Waffenstillstand beraten.
Israel treibt seine Offensive gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon ungeachtet internationaler Proteste weiter voran. Während der Sitzung des Sicherheitskabinetts am Mittwochabend veröffentlichte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein Video, in dem er erklärte, das Militär setze seine Angriffe auf die mit dem Iran verbündete Hisbollah fort und stehe kurz davor, die südlibanesische Stadt Bint Jbeil zu erobern. Dort haben sich Hisbollah-Kämpfer verschanzt. Netanjahu sagte, er habe das Militär angewiesen, die Sicherheitszone im Südlibanon auszubauen.
Das Sicherheitskabinett sollte über einen möglichen Waffenstillstand im Libanon beraten, wie ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter mitteilte. Der Iran hat eine Ausweitung der Feuerpause mit den USA auf den Libanon zur Bedingung für eine dauerhafte Waffenruhe gemacht. Seit dem 8. April gilt eine zweiwöchige Feuerpause. Israel stehe unter starkem Druck aus Washington, einen Waffenstillstand im Libanon zu erreichen, sagte ein weiterer hochrangiger israelischer Regierungsvertreter.
Am Dienstag hatten Israel und der Libanon erstmals seit Jahrzehnten in Washington offizielle Gespräche geführt. „Diese Verhandlungen haben seit über 40 Jahren nicht mehr stattgefunden. Sie finden jetzt statt, weil wir sehr stark sind und Länder auf uns zukommen – nicht nur der Libanon“, erklärte Netanjahu. Israels Offensive im Libanon begann am 2. März, nachdem die vom Iran unterstützte Hisbollah um Teheran beizustehen das Feuer auf Israel eröffnet hatte.
Bei dem Krieg im Libanon sind bislang mehr als 2000 Menschen getötet worden, 1,2 Millionen sind den libanesischen Behörden zufolge aus ihrer Heimat vertrieben worden. Durch Angriffe der Hisbollah seien seit dem 2. März zwei israelische Zivilisten getötet worden, während im Libanon 13 Soldaten ums Leben gekommen seien, so Israel. Das israelische Militär hat Truppen in den Südlibanon entsandt, wo es eine Pufferzone einrichten will.
Source: n-tv.de