Die USA haben etwa 15 Menschen aus Lateinamerika in den Kongo abgeschoben. Die Gruppe sei am Freitagmorgen in der Hauptstadt Kinshasa eingetroffen, teilte eine ihrer Anwälte mit. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat Abkommen mit afrikanischen Ländern geschlossen, um Abschiebungen zu beschleunigen.
Die US-Anwältin Alma David, die einen der Betroffenen vertritt, sagte der Nachrichtenagentur AP, die kongolesische Regierung plane, die Abgeschobenen für kurze Zeit im Land zu behalten. Ein Beamter der kongolesischen Migrationsbehörde bestätigte die Ankunft, machte aber keine weiteren Angaben. Alle Betroffenen erhielten laut David von US-Gerichten Schutz vor einer Rückführung in ihre Heimatländer. Sie seien derzeit in einem Hotel in Kinshasa untergebracht.
Die Internationale Organisation für Migration werde allen eine „unterstützte freiwillige Rückkehr“ anbieten, sagte David. Ein IOM-Sprecher erklärte, die Organisation leiste den Abgeschobenen auf Ersuchen der kongolesischen Regierung Hilfe. Man erwäge zudem die Unterstützung bei der freiwilligen Rückkehr, die allerdings auf informierter Zustimmung beruhen müsse.
Das kongolesische Kommunikationsministerium teilte kürzlich mit, es werde im Rahmen eines Drittstaatenprogramms der US-Regierung einige Migranten aufnehmen. Die Vereinbarung sei vorübergehend und spiegele Kongos „Bekenntnis zur Menschenwürde und zur internationalen Solidarität“ wider. Für die Regierung entstünden keine Kosten, weil die USA die notwendige Logistik übernehmen würden.
Jeder Fall werde einzeln geprüft; automatische Transfers der Abgeschobenen seien nicht geplant. Die USA haben solche Abschiebevereinbarungen mit mindestens sieben weiteren afrikanischen Ländern geschlossen. Viele davon waren von Veränderungen in der US-Politik in den Bereichen Handel, Entwicklungshilfe und Migration betroffen. Juristen und Aktivisten haben diese Art der Abkommen mit Ländern in Afrika und anderen Regionen hinterfragt.
Source: welt.de