Rätsel um sechs Bronzeringe – Hobby-Sucher stößt in Dresden hinauf mehr als 3000 Jahre altes Depot

In der Nähe von Dresden stößt ein Sondengänger mit seinem Metalldetektor auf mehrere fein säuberlich angeordnete Ringe aus Bronze – und hilft den Archäologen mit seinem Handeln. Die Experten haben eine Theorie zum Schmuck-Depot.

Audioplayer wird geladen

Ein Sondengänger hat am Stadtrand von Dresden mehrere Ringe aus der späten Bronzezeit entdeckt. Der Fund im ländlichen Wilschdorf an der nördlichen Grenze der Stadt umfasse sechs gerippte Ringe und ein Ringfragment, teilte das Landesamt für Archäologie in Sachsen mit.

Es handele sich um zwei Arm- und vier Beinringe sowie um ein Ringfragment aus Bronze mit einem Gewicht von 837 Gramm. Die Schmuckstücke wurden auf die Zeit um 1300 bis 1100 vor Christus datiert.

Für die genaue Datierung helfen laut Landesamt Art und Verzierung der gerippten Ringe. „Vergleichbare Arm- und Beinringe finden sich in ganz Mitteleuropa. Sie gehörten zur zeitüblichen Tracht der Menschen und stellten Wohlstand zur Schau“, sagten die Experten.

Lesen Sie auch

Warum die Menschen vor mehr als 3000 Jahren solche aufwendig gefertigten Stücke verborgen haben, werde in der Forschung seit Langem diskutiert. Eine Vermutung wäre, dass es sich um in Notzeiten verborgene Schätze handelt, die von ihren Besitzern später nicht mehr gehoben werden konnten. Dem Landesamt zufolge sei dies jedoch mit Sicherheit nicht der Fall.

In der Bronzezeit haben sich mit dem Wissen um Metalllagerstätten, Metallherstellung und die Kontrolle der Verkehrswege neue Herrschaftsstrukturen und Machtzentren gebildet, die die Gesellschaft veränderten. Die Tatsache, dass sich in Mitteleuropa zahlreiche vergleichbare Bronzedepots befinden, lässt vermuten, dass es sich um „ganz bewusste, rituell definierte Opfergaben – möglicherweise an heute unbekannte Gottheiten – handelt“, hieß es.

Der Finder der Ringe sei vom Landesamt für Archäologie als sogenannter Sondengänger zertifiziert gewesen. Diese suchen mit Metalldetektoren nach verborgenen Gegenständen. Den Angaben zufolge ist dies in Sachsen genehmigungspflichtig.

Lesen Sie auch

Der Sondengänger habe die Objekte im Boden belassen und das Landesamt informiert. Damit habe er sich vorbildlich verhalten, hieß es. So habe ein Team aus Wissenschaftlern und Grabungstechnikern die Stücke fachgerecht bergen können. Derzeit würden sie gereinigt, registriert und restauriert.

Sachsens Landesarchäologin Regina Smolnik erklärte: Das Landesamt werde sich „intensiv mit diesem Fund beschäftigen und ihn in Zusammenhang mit anderen Funden dieser Zeitepoche stellen“. Damit könne „das Bild einer der wichtigsten Blütezeiten Sachsens weiter vervollständigt“ werden.

lpi mit dpa

Source: welt.de

äologieArchBronzezeitDresdenKulturen