marktbericht
Im Juni will SpaceX an die Börse gehen. Nun lädt das US-Raumfahrtunternehmen Analysten ein und stellt die konkreten Pläne vor. Der DAX trotzt derweil der Unsicherheit vor dem Ende der Waffenruhe im Iran-Krieg.
Der Blick der Finanzbranche richtet sich heute unter anderem auf das Thema Weltraum: Mit einer mehrtägigen Analystenkonferenz hinter verschlossenen Türen gibt SpaceX den Startschuss für seinen im Juni geplanten Rekord-Börsengang. Geschätzte 75 Milliarden Dollar will das amerikanische Raumfahrtunternehmen einsammeln – so viel wie noch keine Firma zuvor.
Nach dem Gang aufs Parkett könnte SpaceX zu den zehn wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt gehören. Es wird laut Insidern aktuell mit 1,75 Billionen Dollar bewertet. Ende des vergangenen Jahres saß SpaceX auf 24,8 Milliarden Dollar Barmitteln, wie aus dem Prospekt hervorgeht, das der Nachrichtenagentur Reuters in Auszügen vorliegt. Vermögenswerten von rund 92 Milliarden Dollar standen Schulden von 50,8 Milliarden Dollar gegenüber.
Starlink im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt steht bei der Analystenkonferenz voraussichtlich die Entwicklung der Satellitentochter Starlink, die den größten Anteil am Konzernumsatz hat. Doch obwohl der Satellitenbetreiber Milliardengewinne erzielt, schreibt SpaceX insgesamt rote Zahlen. Das Unternehmen verzeichnete 2025 einen Verlust von 4,94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar.
Das liegt daran, dass Konzernchef Elon Musk die Erlöse vor allem in den Ausbau seiner KI-Firma xAI investiert. Er hatte die beiden Unternehmen kürzlich zusammengelegt. Die Unternehmen wollen unter anderem Rechenzentren im Weltall bauen, wie Musk im Februar ankündigte. Allein zehn Milliarden Dollar flossen 2025 in Künstliche Intelligenz (KI). 2024 – noch ohne xAI – hatte SpaceX mit 791 Millionen Dollar schwarze Zahlen geschrieben.
Musk behält volle Kontrolle
Auch nach dem Börsengang behält SpaceX-Gründer Musk dem Emissionsprospekt zufolge die volle Kontrolle über seine Weltraumfirma. Musk und eine kleine Gruppe von Managern bekommen demnach eine eigene Aktienkategorie mit einem zehnfachen Stimmrecht. Das ist eine bei Technologieunternehmen in den USA eine häufige Struktur, begrenzt aber den Einfluss außen stehender Aktionäre.
Musk soll dem Vernehmen nach zudem auch Vorstandschef, Technik-Chef und Chef des aus neun Mitgliedern bestehenden Verwaltungsrats von SpaceX bleiben. Anfang Mai soll es ein Treffen mit Vertretern von Banken geben, um Modelle für die Finanzierung des Börsengangs zu besprechen.
SpaceX ist aus der US-Raumfahrt kaum mehr wegzudenken. Der Konzern übernimmt viele Aufgaben der staatlichen NASA und kann auf zahlreiche Staatsaufträge verweisen. Unter anderem ist SpaceX an den Artemis-Mondmissionen beteiligt und soll im Auftrag der US-Regierung Landefähren für Expeditionen zum Mond und Mars entwerfen.
DAX mit moderaten Gewinnen
Thema Nummer eins an der Börse bleibt aber weiterhin der Iran-Krieg – hier schöpfen die Anleger Hoffnung, dass die Verhandlungen zwischen Iran und den USA wieder aufgenommen werden könnten. US-Vizepräsident J.D. Vance soll für neue Gespräche unterwegs nach Pakistan sein. Iran hatte weiteren Verhandlungen kürzlich noch eine Absage erteilt.
Nach den Verlusten vom Wochenbeginn verzeichnet der DAX heute moderate Kursgewinne. Am Mittag steigt der deutsche Leitindex um etwa 0,7 Prozent auf 24.596 Punkte. Allerdings muss klar sein: Eine Fortsetzung der Verhandlungen – und vor allem der Ausgang – sind kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe weiter ungewiss.
Source: tagesschau.de