Porno-Eklat an Schule – „Sozialistische Jugend“ erklärt, wie es zu dem Vorfall kam

Der sozialistische Jugendverband „Die Falken“ steckt hinter einem Theaterprojekt in Sachsen, bei dem Neuntklässlern Schwulenpornos gezeigt wurden. Nach mehreren Tagen äußert sich ein Sprecher und spricht von einem Versehen.

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Nach einem Eklat bei einem Theaterprojekt an einer Schule in Sachsen haben sich erstmals die Organisatoren geäußert. Ein Vertreter der Jugendorganisation „Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken“ bezeichnete es als ein Versehen, dass zwei Pädagoginnen Neuntklässlern pornografisches Material gezeigt hatten.

Beim Erstellen einer Collage zum Thema „Mut“ seien den Schülern Bastelmaterialien wie Hefte und Zeitschriften zur Verfügung gestellt worden, sagte „Die Falken“-Bundesvorsitzende Micki Börchers der Nachrichtenagentur dpa. „Darunter war versehentlich ein Magazin, welches Bilder von sexuellen Darstellungen und nackten Personen beinhaltete“, erklärte Börchers.

Nachdem einige Schüler dies entdeckt hatten, hätten die beiden Verantwortlichen das Magazin sofort an sich genommen und die Geschehnisse eingeordnet, hieß es.

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Der Vorfall werde nun aufgearbeitet, hieß es. „Wir bedauern, dass dieses Magazin Teil von den zur Verfügung gestellten Materialien war und dies zu Unwohlsein bei den Jugendlichen geführt haben kann“, sagte Börchers. Das entspreche nicht den Standards des Verbandes. „Die Teamer*innen des Schulworkshops haben aktuell keinerlei Verantwortlichkeiten mehr.“ Eine WELT-Anfrage zu dem Vorfall hatten „Die Falken“ am Mittwoch noch unbeantwortet gelassen.

„Die Falken“ sind ein Jugendverband, der vor über 100 Jahren aus der sozialistischen Arbeiterbewegung hervorgegangen ist. Historisch steht der Verband der SPD nahe, ist aber unabhängig von der Partei. Über sich selbst schreibt der Verband: „Unser Zeichen ist der rote Falke, unser Gruß ist ‚Freundschaft!‘“ Das war der offizielle Gruß der Freien Deutschen Jugend (FDJ) in der DDR.

Polizei ermittelt gegen Workshop-Leiterinnen

Zu Beginn der Woche war der Fall, der sich bereits im März ereignet hatte, bekannt geworden. Lehrer waren nicht anwesend. Nach der Intervention empörter Eltern stoppte die Schulleitung das Projekt nach nur einem Tag.

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Die Amadeu Antonio Stiftung, die das Projekt „Mut“ mit 2500 Euro gefördert hatte, stoppte umgehend die Unterstützung. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des Verbreitens pornografischer Inhalte an Minderjährige gegen zwei weibliche Tatverdächtige im Erwachsenenalter.

sebe mit dpa

Source: welt.de

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