Persischer Golf: Iran beschießt und beschlagnahmt Schiffe in Straße von Hormus

Die iranische Revolutionsgarde hat in der Straße von Hormus offenbar zwei Frachtschiffe festgesetzt und an die iranische Küste eskortiert. Das berichteten das iranische Staatsfernsehen und die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim. Bei den Schiffen handelt es sich demnach um die MSC Francesca, die unter der Flagge Panamas fährt, und die Epaminondas unter der Flagge Liberias. Die Eigentümer waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Es ist die erste Festsetzung von Schiffen durch den Iran seit Kriegsbeginn.

Nach iranischen Angaben wurde mit der Euphoria zudem ein drittes Containerschiff attackiert, das sich laut der Nachrichtenagentur Fars in griechischem Besitz befinden soll. Die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) bestätigte den Beschuss von mindestens drei Containerschiffen. Der Kapitän eines Schiffes habe gemeldet, nordöstlich des Oman von einem iranischen Kanonenboot mit Geschützen und Raketenwerfern beschossen worden zu sein; die Brücke sei schwer beschädigt. Verletzte oder Umweltschäden wurden nicht gemeldet. Zwei weitere Schiffe meldeten Beschuss rund acht Seemeilen westlich der iranischen Küste. Wer in diesen Fällen das Feuer eröffnete, ließ die UKMTO zunächst offen.

Die Darstellungen über den Hergang gehen auseinander. Laut UKMTO eröffnete das iranische Kanonenboot das Feuer ohne Vorwarnung. Die iranische Agentur Nournews berichtete dagegen, dass erst geschossen worden sei, nachdem ein Schiff »Warnungen der iranischen Streitkräfte ignoriert« habe. Wie die Agentur Fars berichtete, teilte der Iran mit, er habe seine Kontrolle über die Straße »auf rechtmäßige Weise« durchgesetzt. Unabhängig überprüfbare Belege für die jeweiligen Versionen lagen zunächst nicht vor.

Trump verlängert einseitig Waffenruhe

US-Präsident Donald Trump hatte am späten Dienstag in einer Mitteilung in den sozialen Medien angekündigt, die zweiwöchige Waffenruhe im Krieg gegen den Iran auf unbestimmte Zeit zu verlängern. Den Schritt begründete er mit einer Bitte pakistanischer Vermittler. Zugleich kündigte er an, die Seeblockade iranischer Häfen fortzusetzen.

Die US-Marine hatte am Samstag ein iranisches Frachtschiff beschossen und festgesetzt sowie am Dienstag im Indischen Ozean einen iranischen Öltanker geentert. Der Iran wertet die Blockade als Kriegshandlung und das Vorgehen der US-Marine als »Piraterie auf See und Staatsterrorismus«.

Der Iran hat eine Verlängerung der Waffenruhe nicht offiziell beantragt und droht laut der Nachrichtenagentur Tasnim weiterhin damit, die US-Blockade gewaltsam zu durchbrechen.

Iran dringt auf Ende der US-Blockade

Der Leiter der iranischen diplomatischen Vertretung in Ägypten, Modschtaba Ferdussi Pur, sagte der Nachrichtenagentur AP, eine Delegation werde erst dann nach Islamabad entsandt, wenn die USA die Hafenblockade aufgäben.

In Friedenszeiten werden rund 20 Prozent der weltweit gehandelten Mengen an Öl und Flüssigerdgas durch die Straße von Hormus transportiert. Die iranische Führung hatte die Meerenge am Freitag kurzzeitig geöffnet, die Sperrung jedoch bereits am Samstag wieder in Kraft gesetzt. Die iranische Armeeführung begründete dies mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen.

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