Nach langem ReparaturstoppDurch die Druschba-Pipeline fließt wieder russisches Öl
23.04.2026, 11:15 Uhr
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Fast drei Monate lang ist die Druschba-Pipeline nach russischen Angriffen außer Betrieb. Die Slowakei und Ungarn klagen über die ausbleibenden Öllieferungen aus dem Putin-Reich. Doch nach einer langwierigen Reparatur fließt der fossile Brennstoff wieder.
Die slowakische Wirtschaftsministerin Denisa Sakova hat bestätigt, dass über die Druschba-Pipeline wieder russisches Öl in die Slowakei fließt. „Heute ab 2 Uhr früh wurde die Lieferung von Erdöl über die Druschba-Ölleitung wieder aufgenommen“, schrieb die Sozialdemokratin auf Facebook. Der aktuelle Durchfluss erfolge „in Übereinstimmung mit dem vereinbarten Plan“.
Nach ukrainischer Darstellung war die Druschba-Pipeline am 27. Januar durch russische Drohnenangriffe beschädigt worden, weshalb kein Öl mehr nach Ungarn und in die Slowakei geliefert werden konnte. Der linksnationale slowakische Ministerpräsident Robert Fico äußerte jedoch ebenso wie der scheidende ungarische Ministerpräsident Viktor Orban Zweifel an der Begründung. Wie Budapest verlangte auch Bratislava eine unabhängige Inspektion der Pipeline.
Wegen des ausbleibenden Öltransits legte sich die Slowakei zugleich mit Ungarn gegen das 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland quer. Im Unterschied zu Ungarn legte die Slowakei jedoch kein Veto gegen einen zugleich auf dem Tisch liegenden EU-Hilfskredit von 90 Milliarden Euro für die Ukraine ein.
Das Veto gegen die EU-Sanktionen werde man aufgeben, sobald das Öl wieder fließe, hieß es stets aus Bratislava. Am Mittag sollen die formellen Beschlüsse für den Hilfskredit sowie das neue Sanktionspaket abgeschlossen werden.
Die Slowakei ist noch immer weitgehend von russischen Öllieferungen abhängig und hat daher eine auch mit Kiew vereinbarte Ausnahme von den EU-Sanktionen gegen Russland zugestanden bekommen. Nach dem Stopp der Öllieferungen über die Druschba rief die slowakische Regierung schon Mitte Februar einen „Erdöl-Notstand“ aus. Das erlaubte ihr Preiseingriffe und die Freigabe von Öl aus staatlichen Notreserven, damit die Versorgung der Tankstellen nicht zusammenbrach.
Source: n-tv.de