Lasse sich von Teheran erpressenSchah-Sohn Pahlavi kritisiert bei Berlin-Besuch die Bundesregierung
23.04.2026, 12:27 Uhr
Artikel anhören(02:30 min)
Oppositionspolitiker Reza Pahlavi besucht Berlin und stellt sich als eine „Stimme der Stimmenlosen“ dar. Er fordert einen Umsturz der Islamischen Republik. Von der deutschen Regierung zeigt er sich enttäuscht.
Die europäischen Regierungen sollten nach den Worten des iranischen Oppositionspolitikers und letzten Schah-Sohns, Reza Pahlavi, aufhören, die Führung in Teheran zu beschwichtigen oder mit ihr zu verhandeln. Es dürfe nichts legitimiert werden, das den Staatsapparat an der Macht halte, sagte der 60-Jährige vor der Bundespressekonferenz in Berlin.
Pahlavi kritisierte die Bundesregierung dafür, dass sie nicht mit ihm sprechen wolle. Dies sei „eine Schande“, sagt Pahlavi. Demokratische Regierungen sollten „mit den Menschen sprechen, die die Stimme der Stimmenlosen“ seien, betont er. Stattdessen lasse sich die Bundesregierung vom Regime in Teheran erpressen.
Pahlavi ruft mehrfach dazu auf, das klerikale System der Islamischen Republik zu stürzen. „Das Regime war nie so brüchig wie jetzt“, sagt er. Nach den Worten von Pahlavi geht es um eine klare Veränderung.
Pahlavi: Menschen wollen „Monster“ nicht mehr
Die Menschen wollten, dass „die Monster“, die Blut an den Händen haben, nicht länger an der Macht blieben. Es gebe in dem „Regime“ keine Pragmatiker oder Reformer, sie seien nur „unterschiedliche Gesichter eines Regimes“. Pahlavi ist als Privatperson nach Berlin gekommen, wo er politische Gespräche führt. Er wird keine Regierungsmitglieder treffen.
Der im US-Exil lebende Schah-Sohn hat sich als Übergangsführer ins Spiel gebracht. Innerhalb der iranischen Opposition bleibt seine Personalie jedoch hochumstritten. Monarchistische Gruppen befürworten den letzten Sohn des Schahs als politischen Anführer der Opposition. Andere Oppositionsflügel lehnen eine Rückkehr zur Monarchie oder eine Führungsfigur aus der ehemaligen Herrscherfamilie strikt ab. Kritiker werfen ihm mangelnde demokratische Legitimation vor.
Wie viel Rückhalt Pahlavi im Land tatsächlich hat, ist nicht bekannt. Ein Grund dafür ist, dass die iranischen Behörden seit Beginn der militärischen Auseinandersetzung mit Israel und den USA am 28. Februar eine Internetsperre verhängt haben.
Source: n-tv.de