Die wachsende Gefahr einer Flut von Hackerangriffen durch
eine neue KI-Generation ruft den deutschen Bankenverband und die Behörden auf den Plan. „Wir tauschen uns mit unseren Mitgliedsinstituten sowie dem Bundesfinanzministerium, der Bafin und der Bundesbank über Mythos, das neue KI-Modell von Anthropic, aus“, sagte Kolja Gabriel, der Technologiechef des deutschen Bankenverbandes, am Donnerstag.
Die Weiterentwicklung des Sprachmodells Claude zeichnet sich durch verbesserte Fähigkeiten zum Aufspüren und Ausnutzen von Schwachstellen in Computerprogrammen aus. Anthropic verzichtet daher vorerst auf die Veröffentlichung von Mythos. Stattdessen sollen ausgewählte Nutzer vorab die Gelegenheit erhalten, ihre Produkte auf Sicherheitslücken zu prüfen.
„Mythos wird von IT-Sicherheitsfirmen kontrolliert eingesetzt, um mögliche Schwachstellen schnellstmöglich zu schließen“, erläuterte Gabriel. „Wir erwarten zeitnah eine Reihe von Software-Updates und verfolgen die
Entwicklungen mit hoher Aufmerksamkeit.“ Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beschäftigt sich nach eigenen Aussagen intensiv mit diesem Thema. Sie stehe auch mit ausländischen Behörden und Branchenvertretern in Kontakt.
Die neue Anthropic-KI hat Cybersicherheitsexperten weltweit alarmiert. Sie ermöglicht es Laien, komplexe Hackerangriffe zu starten. Bei ersten Tests hatte Mythos Sicherheitslücken entdeckt, die trotz zahlreicher Prüfungen durch Menschen jahrelang unerkannt geblieben waren. Die Europäische
Zentralbank (EZB) will Insidern zufolge mit führenden Bankenmanagern
über mögliche Konsequenzen aus dieser Entwicklung beraten. Auch die Aufsichtsbehörden der USA, Kanadas und Großbritanniens diskutieren Lösungsansätze mit den dortigen Finanzinstituten.
Source: faz.net