Noch immer bewegt das Schicksal des Wals in der Ostsee viele Menschen in Deutschland. Nun ist offenbar ein entfernter Artgenosse aufgetaucht – wenn auch ein kleinerer.
Seit Anfang März hält ein Buckelwal viele Naturfreunde in Atem. Das Tier ist in der Ostsee mehrmals gestrandet und liegt derzeit vor der Insel Poel. Nun ist offenbar ein zweiter Wal vor deutscher Küste gesichtet worden. Wie unter anderem der „Nordschleswiger“ und der dänische TV-Sender TVsyd berichten, sei im deutsch-dänischen Grenzgebiet ein seltener Belugawal aufgetaucht. Demnach sei das Tier bereits vor einem Monat bei Årøsund gefilmt worden und ist wohl weiter nach Süden geschwommen – bis in die Flensburger Förde.
Belugawal in der Flensburger Förde gesichtet – ein seltenes, aber nicht unübliches Phänomen
Belugawale kommen eigentlich in arktischen und subarktischen Gebieten vor, besonders vor Grönland und rund um Spitzbergen. Wie „Nordschleswiger“ berichtet sei eine solche Sichtung in der Förde zwar selten, komme aber immer wieder vor. Gegenüber TV Syd erklärte der Walforscher Carl Christian Kinze, die Gattung habe eine Vorliebe für küstennahe Gebiete. Dies könnte auch der Grund sein, warum er sich verirrt habe. Er sei zuversichtlich, dass der Weißwal von selbst zurück in offenere Gewässer findet. Gefährlich könne es aber werden, wenn er sich in Fischernetzen verfängt.
Im Vergleich zu dem Buckelwal vor Poel sind Belugawale eher kleinere Exemplare. Während Buckelwale bis zu 16 Meter lang werden können, liegt die normale Größe von Belugawalen bei drei bis sechs Metern. Die Säuger gelten als soziale und freundlich gesonnene Tiere. Normalerweise sind sie in Gruppen unterwegs. Bekannt sind sie vor allem für ihre sehr helle Farbe und ihre vielfältigen Lautäußerungen. Belugawale pfeifen, zirpen und können sogar menschliche Stimmen imitieren, wie unter anderem das Portal „Forschung und Wissen“ berichtet. Auch wenn sie zur Gattung der Zahnwale gezählt werden, sind sie eng mit Delfinen verwandt.
pgo
Source: stern.de