Donald Trump wird bald 80. Er hat zwar noch drei Jahre Amtszeit vor sich, aber potenzielle Nachfolger positionieren sich schon. Sein Biograf glaubt an einen Außenseiter.
Der Kampf um die Nachfolge von US-Präsidenten Donald Trump ist in vollem Gange. Vizepräsident J.D. Vance und Außenminister Marco Rubio gehören derzeit zu den Top-Bewerbern. Wobei vor allem die Chancen von Vance in den vergangenen Wochen wohl deutlich geschrumpft sind. Trumps Biograf, der Journalist Michael Wolff, sagte nun im Podcast „Inside Trump’s Head“, dass Trump, der im Juni 80 wird, nach einer möglichen Wahlniederlage bei den Zwischenwahlen im November es schwer haben werde. Denn dann muss es womöglich gegen eine Mehrheit der Demokraten im Kongress regieren. Diese Phase als „lame duck“ bedeute einen deutlichen Machtverlust des amerikanischen Präsidenten. Dann könnten auch Bewerber um seine Nachfolge deutlicher in Erscheinung treten.
Wolff sagt: „Wenn die Macht des Präsidenten nachlässt, treten andere nach vorn. Die Partei beginnt, über die Nachfolge des regierenden Präsidenten nachzudenken.“ Bei J.D. Vance und Marco Rubio gehen derzeit viele politische Beobachter davon aus, dass sie sich um Trumps Posten bewerben werden. Aber Wolff erwartet noch andere, eher überraschende Kandidaten.
Donald Trump wird niemanden unterstützen, ist sich Wolff sicher
Dazu zählt für ihn unter anderem Verteidigungsminister Pete Hegseth. Der 45-Jährige hätte den Vorteil, dass er das Duell zwischen Vance und Rubio aus der Ferne beobachten könne. Und am Ende von der Auseinandersetzung profitieren könne, so Wolff. Er sagt über Hegseth weiter: „Er zeigt Leistung, er wirkt hemmungslos.“
Ein starker Bewerber könnte mit dem ehemaligen Fox-News-Moderator Tucker Carlson noch dazukommen. Carlson hatte sich nach einer Auseinandersetzung mit Donald Trump über seine Selbstdarstellung als Jesus, öffentlich entschuldigt für seine frühere Unterstützung des US-Präsidenten. Wolff sagt, er habe sich wiederholt mit Carlson über dessen Ambitionen unterhalten, Trump nachzufolgen. „Er hat abgelenkt, aber nichts dementiert“, so der Autor. Aus seiner Sicht sei Carlson der perfekte Kandidat, weil auch er bereits eine Medienfigur sei. Er verfüge schon seit Jahren über eine starke Anhängerschaft – und sei MAGA-Anhänger der ersten Stunde.
Auch die ehemalige Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene würde wohl Carlson gern als Präsidenten sehen. Der ehemalige Trump-Superfan könnte eine denkbare Vizepräsidentin für den Moderator sein. Wolff, der die politische Szene Washingtons seit vielen Jahren beobachtet, glaubt auch, dass Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. sich erneut um die Präsidentschaft bewerben könnte. „Natürlich wird er kandidieren. Was hat er denn zu verlieren?“, so Wolff.
Allein schon wegen seines Namens wäre aus Sicht Wolffs auch Trumps Sohn Donald Jr. ein starker Bewerber. Er würde allein deswegen erst mal in Führung gehen, wenn er kandidieren würde. Aber, Trump sehe seine eigenen Kinder als Gefahr – und sei nicht bereit, sein politisches Erbe mit ihnen zu teilen. Wolff sagt: „Er sagt oft schlimme Sachen über seine Kinder, auch über Don Jr.. Eine seiner häufigen Klagen in der Vergangenheit war: „Ich bereue es wirklich, ihm meinen Namen gegeben zu haben.“ Wolff war während der ersten Amtszeit Trumps häufig Gast im Weißen Haus und hatte engen Kontakt zum Präsidenten. Wolff ist sich sicher, dass Trump keinen Kandidaten für seine Nachfolge wirklich unterstützen werde.
akr
Source: stern.de