Gefahr durch russische Tanker: Finnland schützt seine Ostseeküste vor drohender Ölpest

Gefahr durch russische TankerFinnland schützt seine Ostseeküste vor drohender Ölpest

22.04.2026, 16:26 Uhr

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Russische Tanker gelten in Finnland als großes Risiko für eine Ölpest in der Ostsee.

Finnland rüstet sich gegen eine mögliche Umweltkatastrophe in der Ostsee. Aus Sorge vor einer Havarie der russischen Schattenflotte bohren Behörden und Meeresschützer Ringe in den Fels. So soll im Ernstfall schnell eine Ölsperre installiert werden können.

Finnland schützt seine Ostseeküste vor einer Ölpest durch Schiffe der russischen Schattenflotte. Laut einer finnischen Meeresschutz-Stiftung werden dafür an mehreren Inseln im Finnischen Meerbusen dauerhafte Befestigungsringe für Ölsperren in den Felssockel gebohrt. Die auf den Schutz der Ostsee spezialisierte John-Nurminen-Stiftung warnt, dass das Risiko einer Ölverschmutzung aktuell hoch sei.

Als Schattenflotte werden die oft veralteten, nicht versicherten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Russland das internationale Ölembargo wegen des Ukraine-Kriegs umgeht. Immer wieder weist Finnland darauf hin, dass ein Unfall eines dieser Schiffe die Ostsee massiv schädigen könnte.

An Inseln im östlichen Teil des Finnischen Meerbusens sollen Ringe im Gestein verankert werden. Daran können Einsatzkräfte im Ernstfall schnell Ölsperren befestigen. Die Sperren sollen das Öl aufhalten, bevor es die Küste oder empfindliche Ökosysteme erreicht. Die vorinstallierten Ringe könnten die Schutzmaßnahmen „erheblich beschleunigen“, sagt Jukka Pekka Lumilahti, Einsatzleiter der Küstenwache im Finnischen Meerbusen.

Nach Einschätzung der finnischen Behörden könnte eine Havarie eines Schattenflotte-Tankers dazu führen, dass tausende Tonnen Rohöl ins Meer laufen. Wegen häufiger Störungen von GPS-Signalen in der Ostsee schließen sie auch eine Kollision mit einem anderen Schiff nicht aus. Zudem erhöhen ukrainische Drohnenangriffe auf die russischen Ölhäfen Primorsk und Ust-Luga am östlichen Ende des Finnischen Meerbusens das Risiko einer Ölpest aus Sicht der Stiftung weiter.

Quelle: ntv.de, lwe/AFP

Source: n-tv.de