Krieg in Nahost: Weltbank kündigt Nahosthilfen von 100 Milliarden US-Dollar an

Die Weltbank will Finanzhilfen von bis zu 100 Milliarden US-Dollar für Staaten mobilisieren, die besonders schwer vom Nahostkrieg betroffen sind. Das kündigte Weltbank-Präsident ​Ajay Banga am Rande der Frühjahrstagung von Weltbank ​und Internationalem Währungsfonds (IWF) an. Demnach stelle die Weltbank in den kommenden 15 Monaten zwischen 80 und 100 Milliarden Dollar bereit, um die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs abzufedern.

Ein solches Hilfspaket wäre größer als die Unterstützung, die Länder im Zuge der Coronapandemie erhielten. Damals wurden rund 70 Milliarden Dollar bereitgestellt.

In den nächsten Monaten könnten nun zunächst 20 bis 25 Milliarden Dollar bereitgestellt werden, sagte Banga. Die betroffenen Länder könnten zudem bis zu zehn Prozent bereits zugesagter Hilfen früher als geplant abrufen. In etwa einem halben Jahr könnten durch Umschichtung bestehender Programme weitere 30 bis 40 Milliarden Dollar folgen. Bis die restlichen Hilfen verfügbar sind, dürfte es wohl länger dauern.

Weltbank-Vorstand warnt vor Jobverlusten und Hunger

Mit der Ankündigung unterstreichen Weltbank und IWF ihre wachsende Sorge vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise im Nahen Osten. Wegen der stark gestiegenen Energiepreise hatte der IWF zuvor seine globale ‌Wachstumsprognose auf 3,1 Prozent gesenkt. Ohne den Krieg wäre die Prognose leicht auf 3,4 Prozent angehoben worden.

Der Vorstand der Weltbank, Paschal Donohoe, warnte angesichts des
Irankriegs zudem vor dem Verlust von Millionen von Arbeitsplätzen und
einem erschwerten Zugang zu Essen in Schwellen- und Entwicklungsländern.
»Wir sind sehr besorgt über die Auswirkungen, die dieser Konflikt auf
die Verfügbarkeit und die Preise von Lebensmitteln haben könnte«, sagte
Donohoe am Dienstag. Bis zu 15 Millionen Jobs könnten verloren gehen.
Nach Angaben des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen könnten
bis Mitte 2026 wegen des Kriegs bis zu 45 Millionen Menschen zusätzlich
hungern.

Die Weltwirtschaft könne sich ​bei einem schnellen Ende des Irankriegs schnell erholen, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa. Sollte sich dieser jedoch über den Sommer hinziehen, werde sich die Lage weiter verschlechtern. Sowohl Banga als auch Georgiewa mahnten ⁠die Länder, ​auf gezielte und zeitlich begrenzte ‌Hilfen zu setzen, anstatt breite Subventionen zu gewähren, die die Inflation weiter ‌anheizen könnten.

DollarEndeEnergiepreiseEssenInflationIWFJobsKriegLageNahostPreiseSommerStarkSubventionenUSUS-DollarVorstandWachstumsprognoseWeltbankWillWirtschaft