Internationaler Währungsfonds: IWF senkt Prognosen pro Deutschland und Weltwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem etwas schwächeren Wachstum der Weltwirtschaft als bislang. Bei vielen Nationen korrigierte der IWF seine Prognosen nach unten. Deutschland war bisher ein Wachstum von 1,1 Prozent im Jahr 2026 prognostiziert worden, nun sind es 0,8 Prozent. Die Prognose für die Weltwirtschaft für 2026 sank von 3,3 auf 3,1 Prozent.

Hintergrund der neuen Einschätzungen ist der Irankrieg und die damit verbundene Blockade der Straße von Hormus, die Energiepreise in die Höhe treibt. »Erneut droht die Weltwirtschaft aus der Bahn zu geraten«, heißt es vom IWF. Die neuen Annahmen seien nur dann gültig, sofern der Krieg in
Dauer, Intensität und Umfang begrenzt bleibe und die wirtschaftlichen
Störungen bis Mitte 2026 abklingen würden.

Deutschland unter dem Schnitt der Länder der Eurozone

Auch die Bundesregierung dürfte nachziehen und zeitnah ihre Erwartungen
herunterschrauben: Bisher erwartet Berlin in diesem Jahr ein Wachstum
von 1,0 Prozent. Die Frühjahrsprojektion bildet die Grundlage für die
Steuerschätzung.

Führende Forschungsinstitute hatten bereits ihre Prognose für das
Bruttoinlandsprodukt 2026 auf 0,6 Prozent korrigiert. Der
»Energiepreisschock« im Zuge des Irankriegs treffe die Erholung der
deutschen Wirtschaft hart, sagte ifo-Konjunkturchef Timo
Wollmershäuser.

Deutschland liegt laut der IWF-Prognose
unter dem Schnitt der Euroländer, deren Wirtschaftsleistung um 1,1
Prozent wachsen soll. Die USA bekommen die Folgen des Irankriegs
demnach vergleichsweise wenig zu spüren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP)
der größten Volkswirtschaft der Welt soll um 2,3 Prozent wachsen, 0,1
Prozentpunkte weniger als bisher angenommen.

Ohne den Krieg hätte der IWF nach oben korrigiert

»Ohne den Krieg hätten wir das globale Wachstum auf 3,4 Prozent nach oben revidiert«, sagte IWF-Chefökonom
Pierre-Olivier Gourinchas der Nachrichtenagentur AFP. Die Korrektur
nach unten spiegele »weitgehend die durch den Konflikt verursachten
Störungen wider«, heißt es in dem Weltwirtschaftsausblick, der während
der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank veröffentlicht wurde.

Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar ist die
Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und
Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto
gesperrt. Zudem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der
Golfregion sowie Öltanker. Diese Entwicklungen ließen weltweit die Öl-
und Gaspreise in die Höhe schnellen.

Neue Gespräche zwischen den USA und dem Iran
waren am Wochenende vorerst im Sande verlaufen. US-Präsident Donald
Trump kündigte daraufhin eine Blockade iranischer Häfen in der Straße
von Hormus
an, die am Montagnachmittag in Kraft trat.

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