In Syrien und Irak erbeutet: Bericht: Bundeskriminalamt sucht mit geheimen Listen nachdem IS-Terroristen

In Syrien und Irak erbeutetBericht: BKA sucht mit geheimen Listen nach IS-Terroristen

22.04.2026, 09:08 Uhr

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Erst im März war ein IS-Mitglied in Deutschland zu einer Haftstrafe verurteilt worden. (Foto: picture alliance/dpa)

Der „Islamische Staat“ führt während seiner Herrschaft offenbar genau Buch über seine Kämpfer. Die Listen der IS-Anhänger werden einem Medienbericht zufolge beim BKA eingesetzt, um nach Terroristen zu fahnden. Das Vorgehen zeigt bereits erste Erfolge.

Das Bundeskriminalamt (BKA) sucht laut einem Medienbericht mit internen Listen mutmaßliche IS-Terroristen, die sich nach dem Niedergang des „Islamischen Staats“ nach Deutschland abgesetzt haben. Nach Informationen des „Spiegel“ haben die deutschen Behörden in den vergangenen Jahren von den USA mehrere geheime Listen angeblicher Kämpfer erhalten. Die Dokumente waren bei Antiterroreinsätzen in Syrien und im Irak erbeutet worden.

Allein in einem der arabischsprachigen Dokumente – der sogenannten „Hauptgehaltsliste“ des IS – stehen fast 50.000 mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation. Neben Name, Kampfname und Geburtsdatum ist in der Tabelle für jeden eine zehnstellige Personalnummer vermerkt. Dazu die Höhe des monatlichen Solds, den der IS den Männern und ihren Frauen offenbar zahlte.

In mindestens sechs Fällen wurden dem Bericht zufolge bereits IS-Mitglieder mithilfe der Listen vor deutsche Gerichte gestellt und verurteilt. In rund 30 weiteren Fällen laufen oder liefen Ermittlungen. Zuletzt nahm das BKA Mitte März in Leipzig einen irakischen Asylbewerber fest, der aufgrund der Dokumente identifiziert werden konnte. Er soll in Kampfeinheiten des IS eingesetzt gewesen sein.

Insgesamt liegen den deutschen Behörden Hunderte Listen mit mehr als zwei Millionen Datensätzen vor. In einem der Dokumente ist etwa festgehalten, welche Waffen der IS seinen Mitgliedern mutmaßlich aushändigte. In anderen Listen ist notiert, über wie viele Haushalts- und Sexsklavinnen die IS-Kämpfer verfügten.

Fast 20.000 Namen mutmaßlicher IS-Mitglieder wurden auf maßgebliches Betreiben Deutschlands inzwischen in eine europaweite Datenbank eingespeist, das Schengener Informationssystem. Grenzbeamte von 30 Staaten haben darauf Zugriff. So soll verhindert werden, dass Terrorverdächtige heimlich in die EU einreisen.

Quelle: ntv.de, lme

Source: n-tv.de