Trump löst Zwischenlager aufBericht: US-Regierung will afghanische Ortskräfte in den Kongo abschieben
22.04.2026, 11:02 Uhr
Im Kampf gegen die Taliban unterstützten viele Afghanen vor Ort die USA. Seit der Machtübernahme harren Hunderte ehemalige Verbündete in einem Lager in Katar aus. Ihnen soll nun die Wahl zwischen Rückkehr oder Umsiedelung in ein weiteres Krisengebiet drohen.
Afghanischen Ortskräften soll einem US-Aktivisten zufolge von der US-Regierung angeboten werden, nach Afghanistan zurückzukehren oder in die kriegsgebeutelte Demokratische Republik Kongo umzusiedeln. Shawn VanDiver, der ehemalige US-Militär und Leiter der Nichtregierungsorganisation AfghanEvac erklärte, dass mehr als 1100 auf einem ehemaligen US-Stützpunkt in Katar festsitzende Afghanen vor diese Wahl gestellt werden würden.
Die ehemaligen Verbündeten der US-Armee in Afghanistan befinden sich für die Vorbereitung auf eine Auswanderung in die USA in dem Lager in Katar. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte jedoch eine Frist bis zum 31. März gesetzt, um das Lager zu schließen. Nach einem tödlichen Angriff einer früheren afghanischen Ortskraft auf Mitglieder der US-Nationalgarde in Washington im vergangenen Jahr setzte die US-Regierung die Bearbeitung von Asylanträgen für Afghanen aus.
VanDiver verurteilte die Pläne zur Umsiedlung der Afghanen in den Kongo, wo regelmäßige Konflikte unter anderem mit dem Nachbarland Ruanda ebenfalls eine Flüchtlingskrise ausgelöst haben. „Man verlegt keine gesicherten Verbündeten aus Kriegszeiten, von denen mehr als 400 Kinder sind, aus US-Gewahrsam in ein Land, das sich mitten in seinem eigenen Zusammenbruch befindet“, erklärte der Leiter von AfghanEvac.
Er rechne damit, dass die meisten der Afghanen die Umsiedlungen in den Kongo ablehnen würden. „Der Regierung ist das bewusst. Genau darum geht es“, erklärte er. Auf diese Weise sollen die Menschen VanDiver zufolge gezwungen werden, nach Afghanistan zurückzukehren.
„Sicherheit zugesagt“
Das US-Außenministerium wollte nicht bestätigen, dass die Demokratische Republik Kongo als Ziel ins Auge gefasst worden sei, erklärte jedoch, die US-Regierung prüfe eine „freiwillige Neuansiedlung“ aus dem Lager in Katar. „Die Verlegung der Menschen in ein Drittland ist eine positive Lösung, die diesen verbliebenen Menschen Sicherheit bietet, um ein neues Leben außerhalb Afghanistans zu beginnen, und zugleich die Sicherheit des amerikanischen Volkes gewährleistet“, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums.
Ein US-Senator der Demokraten, Tim Kaine, erklärte, es wäre „wahnsinnig“, afghanische Verbündete der US-Armee in den Kongo zu schicken. „Wir haben diesen Afghanen zugesagt, dass wir ihre Sicherheit garantieren würden, nachdem sie uns geholfen haben“, erklärte er. „Wir sind verpflichtet, unser Versprechen einzulösen, weil es das Richtige ist und weil ein Wortbruch es künftig nur erschweren würde, die Art von Partnerschaften aufzubauen, die wir möglicherweise zur Wahrung unserer nationalen Sicherheit brauchen.“
Den afghanischen Ortskräften droht in ihrem Heimatland Verfolgung durch die radikalislamischen Taliban für ihre Zusammenarbeit mit den USA. Nach jahrelanger westlicher Militärpräsenz hatten die Taliban im August 2021 die Macht in Afghanistan zurückerobert und ein sogenanntes islamisches Emirat ausgerufen. Seither setzen sie ihre strenge Auslegung des Islam mit drakonischen Gesetzen durch.
Source: n-tv.de