Drohnenlieferungen zu Gunsten von Ukraine: Russisches Militär droht indirekt deutschen Rüstungsfirmen

Drohnenlieferungen für UkraineRussisches Militär droht indirekt deutschen Rüstungsfirmen

15.04.2026, 21:59 Uhr

Artikel anhören(02:44 min)

Bundeskanzler Merz und der ukranische Präsident Selenskyj bei der Besichtigung von Drohnen aus deutsch-ukrainischer Kooperationsherstellung. Im Vordergrund steht eine Angriffsdrohne der deutschen Firma Auterion. (Foto: picture alliance / SvenSimon-ThePresidentialOfficeU)

Bei einem Treffen in Berlin sichert die Ukraine-Kontaktgruppe dem von Russland angegriffenen Land weitere Hilfslieferungen zu. Dazu gehören auch Drohnen für den Abwehrkampf. Das passt Moskau offenbar überhaupt nicht.

Das russische Verteidigungsministerium hat mit scharfer Kritik an Europa und der Veröffentlichung der Adressen dortiger Rüstungsfirmen auf die Ankündigung neuer Drohnenlieferungen an die Ukraine reagiert. Die Produktion von Drohnen für das ukrainische Militär solle durch in Europa gelegene Fabriken stark ausgebaut werden, klagte das Ministerium bei Telegram.

„Wir werten diesen Beschluss als bewussten Schritt, der zu einer scharfen Eskalation der militärisch-politischen Lage auf dem ganzen europäischen Kontinent und der schleichenden Verwandlung dieser Länder in das strategische Hinterland der Ukraine führt“, heißt es in dem Text. Veröffentlicht wurden auch Adressen deutscher Firmen.

Russland greift seit Beginn des vor mehr als vier Jahren von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs die Ukraine systematisch an. Moskaus Militärs begründeten die Angriffe damit, dass es sich entweder um militärische Ziele handle oder – etwa bei Energieanlagen – um Infrastruktur, die der Versorgung der ukrainischen Rüstungsindustrie diene. Dabei greifen russische Streitkräfte auch gezielt zivile Ziele an.

Die Kritik des russischen Verteidigungsministeriums kommt vor dem Hintergrund weiterer Hilfszusagen an Kiew bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin. Am Vortag hatte Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereits eine „strategische Partnerschaft“ vereinbart, die auch militärische Komponenten beinhaltet.

Die Handlungen der europäischen Staatschefs führten nicht zu einer Stärkung der Sicherheit des Kontinents, heißt es in der Mitteilung des Verteidigungsministeriums. Im Gegenteil: Die Länder, die Drohnen für die Ukraine produzierten, würden in den Krieg mit Russland hineingezogen. Genannt werden auch zwei Adressen in München und eine in Hanau, wo angeblich Drohnen für die Ukraine produziert werden. Wegen Sabotagegefahr werden die Standorte der Betriebe in Deutschland geheim gehalten.

Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew, der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats immer noch großen Einfluss hat, bezeichnete auf der Plattform X die aufgeführten Unternehmen als „Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte“. Wie schnell solche Schläge Realität würden, hänge von der weiteren Entwicklung ab, drohte er.

Quelle: ntv.de, gut/dpa

Source: n-tv.de