Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine Ausweitung des Einsatzes im Süden des Libanon angekündigt. Er habe dem Militär die Anweisung erteilt, weitere Gebiete im Nachbarland unter seine Kontrolle zu bringen, sagte Netanjahu in einer Videoansprache, die er während einer Sitzung des Sicherheitskabinetts veröffentlichte. Bei der Sitzung sollte über den vom Iran geforderten Waffenstillstand im Libanon beraten werden, wie ein Regierungsmitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte.
Er habe dem Militär Anweisungen erteilt, die – wie Israel es bezeichnet – »Sicherheitszone« im Südlibanon weiter in den Osten auszudehnen, sagte Netanjahu. Damit bezog er sich auf Gebiete in Grenznähe, die derzeit von der israelischen Armee besetzt sind. Nach Angaben des Regierungschefs konzentrierten sich die Kämpfe aktuell auf Bint Dschbeil im Südlibanon. Netanjahu zufolge sollen Hisbollah-Kämpfer sich in der Stadt befinden.
Über die laufenden Verhandlungen mit dem Libanon bekräftigte Netanjahu erneut die zentralen Ziele seiner Regierung: die Entwaffnung der Hisbollah-Miliz und ein nachhaltiger Frieden. Er strebe einen »Frieden durch Stärke« an, sagte Netanjahu. Nach Angaben des israelischen Regierungschefs konzentrierten sich die Kämpfe aktuell auf die Stadt Bint Dschbeil im Südlibanon.
Am Dienstag hatten Israel und der Libanon erstmals seit Jahrzehnten in den USA offizielle Gespräche geführt. Verhandlungen wie diese fänden jetzt statt, »weil wir sehr stark sind und Länder auf uns zukommen«, sagte Netanjahu. Die Gespräche waren ohne unmittelbare Ergebnisse zu Ende gegangen, alle Seiten einigten sich jedoch auf weitere direkte Verhandlungen.
Bereits mehr als 2.000 Tote im Libanon
Die UN haben das Treffen als »ersten wichtigen Schritt« begrüßt, um die wiederkehrende Gewalt in der Region zu beenden. Der stellvertretende UN-Sprecher Farhan Haq rief zu weiteren Dialogen auf und kritisierte, dass es nach Angaben der UN-Friedensmission Unifil trotz der Gespräche zu Kämpfen im Südlibanon komme. UN-Generalsekretär António Guterres forderte einen grundlegenden Wandel: Die Hisbollah und Israel hätten sich bisher stets gegenseitig geholfen, die libanesische Regierung zu destabilisieren, sagte Guterres.
Die libanesische Regierung ist keine aktive Kriegspartei, hat aber nur begrenzten Einfluss auf die Hisbollah. Die Miliz selbst ist in nicht an den Gesprächen beteiligt und lehnt diese ab. Sie will eine Waffenruhe im Libanon nicht getrennt von den iranisch-amerikanischen Verhandlungen behandeln und besteht auf dem vollständigen Abzug israelischer Truppen aus dem Land. Auch der Iran hat eine Waffenruhe im Libanon gefordert.
Bei den Angriffen im Libanon sind bislang insgesamt mehr als 2.000 Menschen getötet worden. 1,2 Millionen Menschen sind den libanesischen Behörden zufolge zudem vertrieben worden. Durch Angriffe der Hisbollah sind seit dem 2. März zwei israelische Zivilisten getötet worden, im Libanon sind Israel zufolge zudem 13 Soldaten gestorben. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Israel nach einem Angriff mit Hunderten Toten innerhalb eines Tages zu einem Ende der Gewalt im Libanon aufgerufen.
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