Die große Reue daraufhin: Tucker Carlson „quält sich“ wegen Unterstützung zu Gunsten von Trump

Die große Reue danachTucker Carlson „quält sich“ wegen Unterstützung für Trump

22.04.2026, 16:06 Uhr

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Ein Bild aus alten Tagen: Trump und Carlson Anfang November 2024. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Im US-Wahlkampf rührt der einstige Fox News-Star Tucker Carlson noch die Werbetrommel für Donald Trump. Jetzt muss er, wie er sagt, mit seinem eigenen Gewissen ringen. Und schüttet sich Asche aufs Haupt.

Der frühere Fox News-Moderator Tucker Carlson bereut sein Engagement für Donald Trump. Er werde noch lange von seiner Rolle „gequält“ werden, mit der er Herrn Trump bei der Rückkehr ins Weiße Haus geholfen habe, sagte Carlson in seinem Podcast am Montag. Im Präsidentschaftswahlkampf 2024 hatte er Trump noch unterstützt.

In seinem Podcast sagte er nun: „Es reicht nicht aus zu sagen: ‚Nun, ich habe meine Meinung geändert‘ – oder so: ‚Oh, das ist schlimm, ich steige aus‘'“, sagte Carlson. „Es ist ein Moment, in dem wir mit unserem eigenen Gewissen ringen müssen“, so Carlson im Gespräch mit seinem Bruder Buckley, einem ehemaligen Redenschreiber von Trump. „Das wird uns noch lange quälen. Mich jedenfalls. Und ich möchte sagen, dass es mir leid tut, die Menschen in die Irre geführt zu haben.“

Wegen des Iran-Kriegs distanzierte sich Carlson öffentlich vom US-Präsidenten. Besonders entsetzt zeigte er sich über Trumps Drohung an Ostern, dass der Iran „in der Hölle leben“ werde, wenn er die Straße von Hormus nicht öffne – jene wichtige Schifffahrtsroute, die während des Krieges blockiert wurde. Nach diesem Beitrag forderte Carlson die Mitarbeiter des Weißen Hauses auf, sich gegen den Präsidenten zu stellen, und bezeichnete dessen Verhalten als „bösartig“.

Trump selbst schoss in einem langen Beitrag auf Truth Social gegen Carlson und andere konservative Kritiker des Krieges zurück. Er nannte sie „Narren“ und schlug vor, Carlson solle „einen guten Psychiater aufsuchen“. Carlson, der 2023 von Fox News entlassen worden war, sei nach seinem Weggang vom Sender „nie mehr derselbe“ gewesen. In einem anderen Post schrieb Trump: „Tucker ist ein Mensch mit niedrigem IQ – immer leicht zu schlagen und stark überbewertet.“

Carlson war einst Star-Moderator bei Fox News, wo er gerne Verschwörungserzählungen verbreitete und gegen Minderheiten hetzte. Sein einst so enges Verhältnis zur MAGA-Bewegung bekam nach der Wahl Trumps immer mehr Brüche. Im November vergangenen Jahres zog er bereits über die republikanische Partei von Trump her. In einem Gespräch mit dem Podcaster Shawn Ryan sagte er, die republikanische Partei sei „fast schon so nutzlos, dass ich mich gegen sie stellen muss.“ Und weiter: „Ich hasse sie zu sehr, weil sie solche Verräter sind“.

Tiefen Hass hatte er zuvor allerdings offenbar auch schon gegen Donald Trump gehegt – auch wenn er ihn im Wahlkampf wieder unterdrückte. In einer später bekannt gewordenen SMS vom Januar 2021 schrieb Carlson über Trump: „Ich hasse ihn aus tiefstem Herzen.“

Quelle: ntv.de, ghö

Source: n-tv.de