Das ZDF dreht eine neue „Traumschiff“-Folge in Ruanda. Warum der Sender sich für den ostafrikanischen Binnenstaat entschieden hat.
Mit der geplanten Folge „Das Traumschiff: Ruanda“ wagt sich die ZDF-Kultreihe an ein Reiseziel, das bislang kaum im klassischen Portfolio der Serie vorkam. Die Produktion, die derzeit gemeinsam mit einer weiteren Episode unter dem Arbeitstitel „Nil“ entsteht, setzt damit bewusst auf einen ungewöhnlichen Schauplatz.
Ruanda gilt aus mehreren Gründen als atypisches Ziel für das „Traumschiff„. Anders als die meisten Destinationen der Reihe ist das ostafrikanische Land ein Binnenstaat ohne direkten Zugang zum Meer. Damit fehlt ein zentrales Element der bekannten Dramaturgie: das Anlaufen exotischer Hafenstädte. Zudem ist Ruanda touristisch weniger etabliert im internationalen Fernsehkontext. Während Orte wie Südafrika, Mauritius oder die Seychellen seit Jahren als bewährte Kulissen dienen, steht Ruanda eher für spezialisierte Reiseformen wie Gorilla-Trekking.
Hinzu kommt die historische Prägung des Landes. Lange Zeit wurde Ruanda vor allem mit dem Völkermord von 1994 in Verbindung gebracht. Erst in den vergangenen Jahren hat sich das internationale Bild gewandelt: Ruanda präsentiert sich zunehmend als stabiles, modernes und aufstrebendes Reiseziel. Dennoch bleibt der Drehort aufgrund logistischer Anforderungen anspruchsvoll, da Szenen im Landesinneren zusätzliche Organisation erfordern.
Pionierarbeit von Gorilla-Forscherin Dian Fossey würdigen
Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur spot on news begründet das ZDF die Wahl des Schauplatzes sowohl inhaltlich als auch produktionell: „Ausgangspunkt war die Idee, den Schutz der bedrohten Berggorillas zu thematisieren – ein Motiv, das nur in wenigen Ländern wie Uganda oder Ruanda realisierbar ist“, teilte eine Sprecherin mit.
Für Ruanda habe dabei die sehr gute Infrastruktur gesprochen, „die sowohl Dreharbeiten als auch touristische Reisen verlässlich ermöglicht“. Auf den Hinweis des Auswärtigen Amtes angesprochen, „von nicht notwendigen Reisen in die Grenzregionen zur Demokratischen Republik Kongo“ abzusehen, bestätigt der Sender in diesem Zusammenhang, das von „Reisen in einzelne Grenzregionen“ abgeraten werde.
Ein weiteres Detail zum „Traumschiff: Ruanda“ verriet der Sender vorab: „Darüber hinaus war es uns wichtig, mit der Folge die Pionierarbeit von Dian Fossey zu würdigen, die untrennbar mit dem Schutz der Gorillas verbunden ist.“ Dian Fossey (1932-1985) war eine US-amerikanische Verhaltensforscherin, die ihr Leben dem Schutz der Berggorillas in Ruanda widmete. Sie gründete das Karisoke Research Center und kämpfte entschlossen gegen Wilderei. Ihr Einsatz machte sie weltbekannt, endete jedoch tragisch mit ihrer Ermordung kurz nach Weihnachten 1985. Der Hollywoodfilm „Gorillas im Nebel“ (1988) mit Sigourney Weaver (76) erzählt ihre Geschichte.
Zusammenfassend heißt es vom Sender: „Mit der ‚Traumschiff‘-Folge wollten wir ein Land zeigen, das sich heute sehr bewusst für Natur- und Artenschutz engagiert und seinen Gästen außergewöhnliche Reiseerlebnisse eröffnet.“
Weitere ungewöhnliche Ziele der „Traumschiff“-Crew
Vor dem „Traumschiff: Ruanda“, dessen Ausstrahlungsdatum noch nicht bekannt ist, gab es immer wieder Episoden, die bewusst aus der klassischen Kreuzfahrtromantik mit Meer, Sonne, Strand und Luxus ausbrachen.
Dazu zählen etwa Reisen nach Grönland oder in die Antarktis, die eher Expeditionscharakter besaßen, sowie politisch oder kulturell ungewöhnliche Ziele wie Iran oder Myanmar. Auch abgelegene Regionen wie Papua-Neuguinea, das norwegische Spitzbergen oder Patagonien in Südamerika gehörten dazu.
SpotOnNews
Source: stern.de