Beim Autobauer Porsche bekommen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Folgen des Krisenjahres zu spüren: Erstmals seit Jahren erhalten sie keine Prämie.
»Aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wird es für das
Geschäftsjahr 2025 keine freiwillige Sonderzahlung geben«, teilte ein
Sprecher des MDax-Konzerns auf Anfrage in Stuttgart mit. Die Belegschaft
sei darüber bereits informiert worden.
Porsche galt jahrelang als der Autohersteller, der mit die höchsten Boni an seine Mitarbeiter ausbezahlt. Für 2023 hatten sich Unternehmensführung und
Betriebsrat noch auf eine Prämie von bis zu 9.690 Euro geeinigt. Ein
Jahr später lag sie bei bis zu 5.250 Euro. In der Vergangenheit
erhielten die Sonderzahlung alle Beschäftigten an deutschen Standorten,
die fest bei der Porsche AG und Tochtergesellschaften angestellt sind. Dazu gehören auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Porsche-Werks in Leipzig. Das sind derzeit mehr als 27.000 Menschen.
Die schlechten Jahreszahlen haben auch Folgen für die Unternehmensführung:
Einen Jahresbonus gab es für die Vorstandsmitglieder nicht. Die Aktionäre können aber
voraussichtlich mit einer Dividende rechnen. Auch wenn sich diese nach
dem Willen des Vorstands mehr als halbieren soll – von 2,31 Euro je
Vorzugsaktie auf 1,01 Euro.
Sparprogramm und Stellenabbau
Die Krise in der Autobranche hatte 2025 alle deutschen Hersteller getroffen. Porsche meldete Mitte März einen deutlichen Gewinneinbruch. Ursachen dafür gab es viele: Die Geschäfte in China stockten, die US-Zollpolitik kostete viel Geld und die Elektro-Modelle von Porsche
fanden deutlich weniger Anklang als erwartet.
Der frühere Vorstandschef Oliver
Blume änderte deshalb die Strategie und setzte wieder mehr auf Verbrenner. Allein dafür
fielen Kosten von rund 2,4 Milliarden Euro an. Der Autobauer musste daher
die Kosten deutlich senken und Stellen abbauen. Ein weiteres
Sparprogramm wird aktuell verhandelt.