Münster plant Gründung: Deutschlands erste Islamisch-Theologische Fakultät

Die Universität Münster gründet in diesem Jahr eine Islamisch-Theologische Fakultät. Es handelt sich dabei um die erste an einer öffentlichen Hochschule in Deutschland und in Europa, wie Universitätsrektor Johannes Wessels am Mittwoch auf einer Presskonferenz in Münster hervorhob. Es gehe um „Augenhöhe“ mit der evangelischen und katholischen Fakultät.

Seit 2012 gibt es in Münster ein Zentrum für Islamische Theologie, an dem Studenten sowohl für Lehramt als auch für theologische Bachelor- und Masterstudiengänge eingeschrieben sind. Geleitet wird es von Mouhanad Khorchide, der Gründungsdekan der Fakultät wird. Khorchide sieht sie als „Leuchtturm für einen aufgeklärten, weltoffenen Islam“.

Es gehe immer darum, auch die Fragen der Gesellschaft im Blick zu haben. Er habe 2010 mit einem Lehrstuhl und dreizehn Studenten angefangen, inzwischen gebe es 450 Studenten und mehr als 60 Mitarbeiter, acht davon Professoren.

Fakultät wird am 1. Juli gegründet

Die in diesem Jahr erfolgte Berufung der achten Professur war laut Wessels eine entscheidende Voraussetzung für die bereits vor mehreren Jahren beschlossene Gründung der Fakultät. Wie die Universität mitteilte, wird die Fakultät am 1. Juli gegründet. Der Betrieb soll im Wintersemester beginnen. Als Fakultät wird die Islamische Theologie, die bislang zum Fachbereich Philologie gehört, selbständiger und erhält beispielsweise ihr eigenes Promotionsrecht.

Wessels machte deutlich, dass es anders als bei den beiden großen Kirchen keine Vorgaben für die Einrichtung Islamisch-Theologischer Fakultäten gibt. Deshalb sei es wichtig gewesen, das „Gesamtkonstrukt“ mit dem Beirat zu verabschieden. Darin sitzen jeweils zwei Vertreter der DITIB, des Islamrats  und des Zentralrats der Muslime.

Nach Angaben der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft an der Goethe-Universität Frankfurt gibt es für Islamische Theologie und Religionspädagogik in Deutschland insgesamt 40 Professuren an elf Hochschulen. Zudem sind für ein neu gegründetes Institut an der Universität Koblenz drei Professuren vorgesehen.

Source: faz.net