Atommülltransport durch NRW wird von Demonstrationen begleitet

der Castortransport rollt in Ahaus ein und Demonstranten stehen mit Fahnen am Rand

Stand: 22.04.2026 • 07:33 Uhr

In der Nacht ist ein Atommüll-Transport durch NRW gerollt. Ein Castor-Behälter wurde aus einem Forschungszentrum ins Zwischenlager Ahaus gebracht. Der Transport wurde von einer Mahnwache und einer Kundgebung begleitet.

Von Markus Holtrichter

Nach dem letzten Castortransport im März wurde in der vergangenen Nacht der wieder radioaktiver Abfall von Jülich nach Ahaus ins Zwischenlager gebracht. Die geplante Abfahrt des Castortransportes in Jülich verzögerte sich am Abend um eine Stunde. Laut dem Unternehmen JEN Jülich gab es ein technisches Problem mit der Stromversorgung des Schwertransportes, der den Atommüllbehälter vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus bringen soll.

Mahnwachen und Protestzüge

Zu den Protesten gehörte in Ahaus auch eine Sitzblockade

Die Polizei hatte zuvor einige Aktionen aus Sicherheitsgründen verboten. Doch das Verwaltungsgericht Münster hatte gestern Abend einem Eilantrag von Gegnern der Castortransporte in Teilen stattgegeben.

Vor dem Forschungszentrum Jülich gab es eine Mahnwache und eine Kundgebung. In Ahaus zogen laut Bürgerinitiative rund 230 Demonstranten von der Stadt zum Brennelemente-Zwischenlager. Gegen 1 Uhr waren noch etwa 20 Teilnehmer dort und empfingen den Lkw mit dem Atommüllbehälter mit lautem Trommeln und Trillerpfeifen.

Polizei soll Meinungsfreiheit und Transporte sichern

Polizisten sichern das Zwischenlager Ahaus

Nach dem letzten Castortransport im März hatten Demonstranten zu viele Restriktionen durch die Polizei beklagt. Die zuständige Polizei Münster sagt: Man wolle das Recht auf Demonstrations- und Meinungsfreiheit schützen, soweit die Sicherheit des Transportes nicht gefährdet werde. Im Vorfeld hat es Kooperationsgespräche zwischen Bürgerinitiativen und Polizei gegeben.

Genauer Zeitplan wird nicht bekanntgegeben

Zu dem weiteren Zeitplan machen weder Behörden, noch beteiligte Unternehmen Angaben. Im August des vergangenen Jahres hatte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung genehmigt, dass insgesamt rund 152 Atommüllbehälter vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus gebracht werden dürfen, binnen zwei Jahren.

Großes Aufgebot für wieder nur einen Behälter

Abendlicher Protest gegen den Castor-Transport in Ahaus

Nach WDR-Informationen bestand auch der zweite Transport in diesem Jahr aus lediglich einem Castor-Behälter. Bis zu drei könnten gleichzeitig auf die Straße gehen. Das ist für kommende Transporte zu erwarten.

Wenn wir in Fragen des Atommülls plötzlich an einer Stelle stehen, wo es heißt: Geld vor Sicherheit, dann finde ich das sehr komisch.

Heiner Möllers, Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“

Auch Heiner Möllers will weiter demonstrieren

Bürgerinitiativen stellen die Sicherheit der Atommülltransporte, aber auch des Zwischenlagers Ahaus selbst in Frage. Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ wirft Behörden vor, sie hätten sich für die günstigste, aber nicht die sicherste Lösung im Umgang mit dem Atommüll entschieden.

Unsere Quellen:

  • Bündnis von Bürgerinitiativen
  • Polizei Münster
  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
  • Verwaltungsgericht Münster

Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 22.04.2026, 6 Uhr

Source: tagesschau.de