Iran droht USA mit Angriffen: Teheran gräbt in großem Stil Raketen und Drohnen aus

Iran droht USA mit AngriffenTeheran gräbt in großem Stil Raketen und Drohnen aus

20.04.2026, 13:22 Uhr IMG-20240130-113106-3Von Lukas Märkle

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Mit Shahed-Drohnen attackierten die Truppen der Revolutionsgarden über Wochen Ziele in der ganzen Golfregion. (Foto: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire)

Trotz wochenlanger Bombardements – das iranische Regime scheint noch lange nicht am Boden. Die Raketen- und Drohnen-Arsenale Teherans sollen gut gefüllt sein. Die Militärs drohen im Streit um die Straße von Hormus gar mit Schlägen gegen die „bewaffnete Piraterie“ Washingtons.

Geht es nach US-Präsident Donald Trump, ist der Krieg gegen den Iran seit Wochen eines: ein Sieg für Washington – an allen Fronten. Doch ein vom US-Staatschef angestrebter endgültiger „Deal“ mit Teheran ist nicht in Sicht. Vielmehr schloss Teheran die Straße von Hormus bereits nach wenigen Stunden wieder. Ein Angriff der US-Marine auf einen iranischen Tanker wurde jüngst mit einer unverhohlenen Kampfansage beantwortet. „Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran werden bald zurückschlagen und Vergeltungsmaßnahmen gegen diesen Akt bewaffneter Piraterie und gegen die amerikanische Armee ergreifen“, erklärte ein Sprecher des iranischen Generalstabs bei Telegram.

Es drängt sich die Frage auf: Wenn das iranische Regime besiegt ist, woher nimmt es dieses Selbstvertrauen? Die Antwort scheint zu sein: Trotz wochenlanger Angriffe aus der Luft durch Israel und die USA haben die iranischen Revolutionsgarden weiter erhebliche Möglichkeiten zum Gegenschlag.

Zum Schutz der eigenen Waffensysteme vor den Bomben und Marschflugkörpern der US- und israelischen Luftwaffe greift der Iran unter anderem auf Bunker und Höhlen zurück. Teile des Arsenals wurden schlichtweg eingegraben, um sie so vor der Zerstörung zu bewahren. Mit dem Waffenstillstand werden die Raketenwerfer und Drohnen nun wieder zugänglich gemacht, um sie bei einem Wiederaufflammen des Kriegs einsetzen zu können. Seit Beginn des Waffenstillstands sollen die Revolutionsgarden so alleine 100 Raketenwerfer wieder „ausgegraben“ haben, heißt es in einem Bericht der „New York Times“.

Iran baut Angriffsarsenale aus

Die Zahlen widersprechen den Angaben des US-Präsidenten, der die Operation „Epic Fury“ wiederholt als einen allumfassenden Sieg gegen Teheran darstellt. Man habe „schnelle, entschlossene und überwältigende Siege auf dem Schlachtfeld erzielt“, hatte der Republikaner Anfang April erklärt. „Ihre Fähigkeit, Raketen und Drohnen abzufeuern, ist drastisch eingeschränkt. Und ihre Waffen, Fabriken und Raketenwerfer werden in Stücke gerissen. Es sind nur noch sehr wenige von ihnen übrig.“

Nach Angaben des Pentagon wurden während der wochenlangen Kampagne 13.000 Ziele in dem Land bombardiert. Generalstabschef Dan Caine berichtete von 450 Raketen- und 800 Drohnenlagern, die ins Visier genommen wurden.

Dennoch haben das Regime und seine militärischen Kräfte weiterhin erhebliche Vorräte an Drohnen und Kurzstreckenraketen. Teheran verfügt nach US-Militär- und Geheimdienstinformationen noch über rund 40 Prozent seines ursprünglichen Bestands an Drohnen, berichtet die „New York Times“. Des Weiteren seien noch mehr als 60 Prozent der Raketenabschussrampen intakt. Diese Zahl könnte auf über 70 Prozent steigen, je nachdem, wie viele Systeme noch aus den von den USA attackierten Stellungen gerettet werden können, so die Annahme von Geheimdienst und Militär.

Abfangraketen kosten die USA viele Milliarden Dollar

Neben dem Einsatz von Seeminen kann Teheran mit diesem Waffenarsenal die zivile Schifffahrt in der Straße von Hormus weiterhin effektiv unterbinden. Die Tanker haben keine Abwehrmöglichkeiten gegen die nur wenige tausend Euro teuren iranischen Drohnen. Auch seine Nachbarn am Golf werden durch den Iran so weiter bedroht. Ebenso wie die dort befindlichen Stützpunkte der US-Streitkräfte. Dort konnte Teheran bei seinen Angriffen bereits wiederholt die Flugabwehr der USA durchdringen und unter anderem wertvolle US-Aufklärungsflugzeuge zerstören.

Besonders mit den günstigen Shahed-Drohnen treibt Teheran die Kosten für die USA dabei erheblich in die Höhe. Der konservative US-Think-Tank American Enterprise Institute (AEI) spricht von 25 bis 35 Milliarden Dollar an Kosten, die bisher für den Krieg aufgelaufen sind. Dabei sind die Flugabwehrraketen der wichtigste Ausgabentreiber. Zwischen 9 und 13 Milliarden Dollar machen sie nach der AEI-Schätzung bisher aus. Experten vermuten zudem, dass die Bestände inzwischen erheblich zusammengeschrumpft sind.

Bei einer Fortsetzung der Kampfhandlungen könnte es so zu noch weitreichenden Schäden kommen. Sollte Teheran in den Verhandlungen nicht einlenken, setzt Trump wieder auf Angriffe und droht mit potenziellen Kriegsverbrechen: „Wir bieten ein sehr faires und vernünftiges Abkommen an, und ich hoffe, dass sie es annehmen, denn wenn sie es nicht tun, werden die Vereinigten Staaten jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke im Iran zerstören“, so der Republikaner am Sonntag auf Truth Social.

Quelle: ntv.de

Source: n-tv.de