Iran will Blockade welcher Straße von Hormus aussetzen – US-Seeblockade bleibt laut Trump existieren
Teheran will nach Angaben des iranischen Außenministers die Blockade der Straße von Hormus für die restliche Dauer der Waffenruhe im Libanon aufheben. Der Ölpreis fällt deutlich. Mehr im Liveticker.
Am 28. Februar begannen die USA und Israel, den Iran anzugreifen. Führungsfiguren des Regimes in Teheran wurden ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgte Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nahmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockierten weitgehend die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft. Mittlerweile gilt eine Waffenruhe, die ersten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran scheiterten.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
15:42 Uhr – Trump hält an Seeblockade fest
US-Präsident Donald Trump hält an der US-Blockade iranischer Häfen bis zur Einigung auf ein Friedensabkommen mit Teheran fest. Das teilte Trump am Freitag auf seiner Onlineplattform Truth Social mit, nachdem der Iran erklärt hatte, die Straße von Hormus sei für die Dauer der geltenden Waffenruhe „vollständig offen“. Trump schrieb weiter, ein Abkommen mit dem Iran dürfte „sehr schnell“ erzielt werden.
15:17 Uhr – Drei Tanker verlassen Straße von Hormus
Drei mit Rohöl beladene iranische Öltanker haben laut Schifffahrts-Trackingdaten seit Beginn der US-Blockade von iranischen Häfen die Straße von Hormus verlassen. Die mit US-Sanktionen belegten Tanker „Deep Sea“, „Sonia I“ und „Diona“ seien am Mittwoch aus der Meerenge herausgefahren, nachdem sie auf der iranischen Insel Charg betankt worden seien, erklärte das Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Kpler habe dies „anhand von Satellitenbildern“ nachweisen können.
15:15 Uhr – Ölpreis fällt direkt
Die Ölpreise gehen nach der Ankündigung der Öffnung der Straße von Hormus um mehr als acht Prozent zurück.
15:10 Uhr – Trump reagiert – und sagt Danke
US-Präsident Trump dankt dem Iran für die Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus.
15:00 Uhr – Iran: Blockade der Straße von Hormus soll aufgehoben werden
Die Blockade der für die Schifffahrt wichtigen Straße von Hormus wird dem Iran zufolge für die restliche Zeit der mit dem Libanon geltenden Waffenruhe aufgehoben. Der Grund dafür sei diese vereinbarte Waffenruhe, die der Iran gefordert hatte, teilte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Freitag auf X mit. Dies gelte für alle Handelsschiffe.
14:50 Uhr – Airlines warnen vor Engpässen bei Kerosin
Die Airlines prüfen bereits einzelne Verbindungen, der Luftverkehrsverband in Berlin schlägt Alarm: Schon bald könne der fehlende Kerosin-Nachschub durch die Straße von Hormus zu Engpässen in Europa und Deutschland führen. Denn ein großer Teil der Importe stammt aus dem Nahen Osten, zahlreiche Öl-Anlagen im Krisengebiet sind zerstört. „Die Sommerreisesaison steht unmittelbar bevor, das Ökosystem Tourismus ist in der Hauptreise- und Geschäftszeit bei ein- und ausreisenden Touristen auf den Luftverkehr angewiesen“, warnt der Branchenverband.
13:22 Uhr – Vertreter von 30 Staaten beraten über Hormus-Mission
Um die künftige Absicherung der blockierten Straße von Hormus geht es bei einem internationalen Treffen in Paris, zu dem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Regierungschef Keir Starmer eingeladen haben. An dem Treffen teilnehmen wollen auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni. Die übrigen Teilnehmer sollen per Video zugeschaltet werden.
Deutschland könne sich an einer Mission zum Schutz der für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus mit Minenräumung oder Seefernaufklärung beteiligen, hatte es vor dem Pariser Treffen in Regierungskreisen in Berlin geheißen. Merz und Macron betonten im Vorfeld jedoch, dass ein solcher Einsatz erst nach dem Ende des Iran-Krieges möglich sei. Zu den Voraussetzungen zählen nach französischen Angaben sowohl eine Verpflichtung des Irans, keine Schiffe in der Meerenge anzugreifen, als auch eine Zusage der USA, keine Schiffe zu blockieren.
Die USA seien ausdrücklich nicht zu der Konferenz eingeladen, würden aber über die Ergebnisse informiert, hieß es aus dem französischen Präsidialamt. Ein Gespräch der in Paris anwesenden Teilnehmer mit US-Präsident Donald Trump nach dem Treffen sei nicht ausgeschlossen. Merz hatte am Donnerstag erklärt, dass es „gute Argumente“ für die Beteiligung der USA an der Mission gebe.
Aus deutscher Sicht muss es für den Einsatz zunächst eine Rechtsgrundlage, ein Mandat des Bundestags und ein tragfähiges militärisches Konzept geben, wie es in Regierungskreisen hieß. Macron, Starmer, Merz und Meloni wollen um 16 Uhr eine gemeinsame Erklärung abgeben.
09:54 Uhr – Libanesische Armee warnt Bewohner vor Rückkehr in den Süden
Trotz des Inkrafttretens einer Waffenruhe zwischen den lange verfeindeten Nachbarländern Libanon und Israel warnt die libanesische Armee Vertriebene vor einer Rückkehr in den Süden des Landes. In der Region gebe es weiterhin „zahlreiche israelische Aggressionen“, erklärte die libanesische Armee. Vertriebene sollten sich noch etwas gedulden, hieß es weiter.
08:38 Uhr – Vermittlerkreise: Absichtserklärung bei US-Iran-Verhandlungen
Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA zielen pakistanischen Vermittlerkreisen zufolge auf eine vorläufige Vereinbarung. Erst werde eine Absichtserklärung unterzeichnet, sagte ein pakistanischer Insider, der an den Vermittlungen beteiligt ist, der Nachrichtenagentur Reuters. Im Anschluss solle binnen 60 Tagen ein umfassendes Abkommen ausgehandelt werden. Beide Seiten seien sich grundsätzlich einig, technische Details würden später geklärt.
08:05 Uhr – Ölpreise sinken
Die Ölpreise haben am Morgen etwas nachgegeben. Die Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni sank zuletzt um 1,26 Prozent und kostete 98,09 US-Dollar je Barrel (159 Liter) Rohöl.
06:57 Uhr – Trump: Iran bietet Verzicht auf Atomwaffen für über 20 Jahre an
Der Iran hat nach den Worten von US-Präsident Donald Trump angeboten, für mehr als 20 Jahre auf Atomwaffen zu verzichten. „Wir haben eine Erklärung, eine sehr starke Erklärung, dass sie über 20 Jahre hinaus keine Atomwaffen haben werden“, sagte Trump vor Journalisten am Weißen Haus.
„Der Iran will ein Abkommen schließen, und wir kommen sehr gut mit ihnen aus“, sagte Trump. Die Verhandlungsdelegationen könnten sich möglicherweise schon dieses Wochenende wieder treffen. Er sei sich nicht sicher, ob die Waffenruhe mit dem Iran verlängert werden müsse. Eine positive Zwischenbilanz zog Trump auch nach der am Donnerstag vereinbarten Feuerpause im Libanon, wo Israel die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz bekämpft. Wenn es zu einer Einigung komme, werde der Ölpreis fallen und die Inflation schrumpfen, zeigte sich der Präsident zuversichtlich.
06:09 Uhr – Trump hofft auf anhaltende Waffenruhe zwischen Israel und Libanon
US-Präsident Trump hofft auf ein Anhalten der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. In den sozialen Medien erklärte Trump, dass es sich um einen „historischen Tag“ für den Libanon handeln könnte. In einem weiteren Beitrag auf seiner Plattform Truth Social fügte Trump hinzu, er hoffe, dass die im Libanon ansässige und vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz „sich ordentlich und vernünftig verhält“. „Es wäre ein GROSSER Moment für sie, wenn sie das tut“, ergänzte Trump.
05:39 Uhr – Libanesische Armee meldet israelischen Beschuss trotz Waffenruhe
Die libanesische Armee wirft Israel Verstöße gegen die vereinbarte Waffenruhe vor. Seit Inkrafttreten der Feuerpause habe es zeitweiligen Beschuss auf südlibanesische Dörfer gegeben, teilte das Militär mit. Die Bürger seien aufgerufen worden, ihre Rückkehr in die Ortschaften im Süden des Landes vorerst zu verschieben.
In den südlichen Vororten von Beirut waren zum Start der Waffenruhe rund eine halbe Stunde lang Gewehrsalven und Raketenartillerie zu hören, wie AFP-Journalisten berichteten. Die Vororte sind eine Hochburg der Hisbollah-Miliz und waren seit Anfang März das Ziel intensiver israelischer Angriffe. Zahlreiche Bewohner, die wegen der Attacken geflohen waren, kehrten nun dorthin zurück. Auch im Süden des Landes machten sich Vertriebene auf den Weg zurück in ihre Heimatorte.
01:41 Uhr – Guterres ruft Israel und Hisbollah zur Einhaltung der Waffenruhe auf
UN-Generalsekretär António Guterres ruft Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz auf, die von US-Präsident Donald Trump verkündete Waffenruhe uneingeschränkt zu respektieren. Das teilte sein Sprecher Stéphane Dujarric in New York mit. Guterres hoffe, dass diese Waffenruhe den Weg für Verhandlungen und die vollständige Umsetzung der Resolution 1701 des Sicherheitsrats ebnen werde, um eine langfristige Lösung des Konflikts zu erreichen.
Guterres hoffe, dass die Waffenruhe-Vereinbarung zu den laufenden Bemühungen um einen dauerhaften und umfassenden Frieden in der Region beitragen werde, teilte UN-Sprecher Dujarric weiter mit.
01:16 Uhr – Washington rechnet mit Irans WM-Teilnahme – trotz Krieg
Die US-Regierung geht davon aus, dass Irans Fußballnationalmannschaft zur bevorstehenden Weltmeisterschaft in die USA einreisen wird. Das sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter am Donnerstag dem Axel Springer Global Reporters Network, zu dem auch WELT gehört.
„Ich werde nicht für die iranische Mannschaft sprechen, aber ich kann sagen, dass der Präsident, wenn ich mit ihm gesprochen habe, die iranische Mannschaft hierher eingeladen hat“, sagte Andrew Giuliani, Exekutivdirektor der Fifa-World-Cup-Taskforce des Weißen Hauses. „Der Fifa-Präsident hat, glaube ich, gestern erklärt, dass sie kommen werden. Also erwarten wir sie hier.“ Iran hatte beantragt, seine Spiele nach Mexiko zu verlegen; die Fifa lehnte den Antrag ab.
01:00 Uhr – Libanon strebt IWF-Programm an – Kriegsschäden bei sieben Milliarden Dollar
Der Libanon hält an seinem Ziel eines Kreditprogramms des Internationalen Währungsfonds (IWF) fest. Die Gespräche in dieser Woche seien gut verlaufen, sagt der libanesische Finanzminister Jassin Dschaber der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der IWF-Frühjahrstagung in Washington. Die massiven israelischen Angriffe hätten den Prozess jedoch verzögert. Dschaber schätzt die bisherigen Kriegsschäden im Libanon auf sieben Milliarden Dollar.
00:15 Uhr – Israelische Armee bleibt während Waffenruhe im Südlibanon
Auch nach Beginn der Feuerpause zwischen Israel und dem Libanon bleibt das israelische Militär nach eigenen Angaben im Südlibanon stationiert. Wie die Armee weiter mitteilt, sollen libanesische Bürger sich deshalb auch nicht südlich des Litani-Flusses begeben.
Donnerstag, 16. April:
23:01 Uhr – Feuerpause zwischen Israel und Libanon tritt in Kraft
Die zehntägige Feuerpause zwischen Israel und dem Libanon hat zur Stunde (23.00 Uhr MESZ) begonnen. Sie soll für Verhandlungen zwischen beiden Staaten genutzt werden, um ein Friedensabkommen auszuhandeln.
20:01 Uhr – Netanjahu beharrt auf Zerschlagung der Hisbollah-Miliz im Libanon
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigt die von US-Präsident Trump angekündigte zehntägige Waffenruhe mit dem Libanon. Eine zentrale Forderung sei die Zerschlagung der Hisbollah-Miliz, bekräftigt Netanjahu. Israel stimme der Forderung der Hisbollah nach einem Rückzug aus dem Südlibanon an die Grenze zu Israel nicht zu. Vielmehr werde Israel eine weitreichende Sicherheitszone einrichten.
18:21 Uhr – Trump verkündet zehntägige Waffenruhe im Libanon
Mehr als sechs Wochen nach Beginn der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon hat US-Präsident Trump eine Waffenruhe verkündet. Sie solle um Mitternacht (Ortszeit, 23.00 Uhr MESZ) beginnen und zunächst zehn Tage dauern, schrieb er nach Gesprächen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf seiner Plattform Truth Social. Er werde beide zu einem Treffen im Weißen Haus einladen.
dpa/AFP/Reuters/ceb/saha/mol/jmr/doli/jho/rct/säd
Source: welt.de