„Premier hält uns für dumm“: Epstein-Verbindung von Ex-Minister Mandelson holt Starmer erneut ein

„Premier hält uns für dumm“Epstein-Verbindung von Ex-Minister Mandelson holt Starmer erneut ein

17.04.2026, 13:50 Uhr

British-Prime-Minister-Keir-Starmer-speaks-as-Starmer-hosts-social-media-industry-leaders-to-discuss-child-safety-online-Thursday-April-16-2026-in-London
„Nicht nur ich wurde nicht informiert, kein Minister wurde informiert, und ich bin darüber absolut wütend“, sagte Starmer. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die britische Opposition richtet neue Rücktrittsforderungen an Regierungschef Starmer. Hat der davon gewusst, dass Peter Mandelson vor seiner Ernennung zum US-Botschafter durch eine Sicherheitsüberprüfung gefallen war? Die Konservativen halten Starmers Beteuerungen für unglaubwürdig.

Der britische Premierminister Keir Starmer ist in der Affäre um den in den Epstein-Skandal verwickelten Ex-Botschafter in den USA, Peter Mandelson, erneut unter Druck geraten. Er sah sich gezwungen, sich gegen neue Rücktrittsforderungen der Opposition zu verteidigen. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Mandelson den Posten in Washington erhalten hatte, obwohl er durch eine Sicherheitsüberprüfung gefallen war.

Starmer sagte bei einem Besuch in Frankreich, er sei darüber nicht informiert worden. Dies sei ungeheuerlich. „Nicht nur ich wurde nicht informiert, kein Minister wurde informiert, und ich bin darüber absolut wütend.“ Starmer kündigte an, am Montag im Parlament alle relevanten Fakten in voller Transparenz zu dem Vorgang darzulegen. Starmers Erster Staatssekretär Darren Jones sagte dem Radiosender LBC, Starmers politische Zukunft als Premierminister stehe nicht infrage.

Als Reaktion auf den Eklat um die Sicherheitsprüfung hatte die Regierung noch am späten Donnerstagabend den ranghöchsten Beamten des Außenministeriums, Olly Robbins, entlassen. Führende Oppositionspolitiker warfen Starmer jedoch vor, das Parlament in die Irre geführt zu haben, und forderten erneut seinen Rücktritt. Die Chefin der Konservativen Partei, Kemi Badenoch, bezeichnete die Verteidigung des Premierministers als absurd. „Die Geschichte ist nicht stimmig. Der Premierminister hält uns für dumm“, sagte sie dem Sender BBC Radio 4.

Vorwurf des Geheimnisverrats

Die Enthüllungen kommen für Starmer drei Wochen vor den Regional- und Kommunalwahlen in England, Schottland und Wales am 7. Mai zur Unzeit und lassen neue Vorwürfe mangelnder Führungsqualitäten Starmers aufkommen. Aus Kreisen von Starmers Labour-Partei hieß es, die Affäre sei ein ständiger Quell für neue Probleme. Sie werde dafür sorgen, dass der Premierminister bis zu der erwarteten Wahlschlappe unter Beobachtung bleibe.

Starmer steht seit längerem unter Druck, weil er Mandelson trotz bekannter Verbindungen zu dem verurteilten und inzwischen gestorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zum britischen Botschafter in den USA ernannt hatte. Mandelson war von dem prestigeträchtigen Posten in Washington entlassen worden, als das Ausmaß seiner Beziehungen zu Epstein bekannt wurde.

Im Zentrum der Vorwürfe steht der Verdacht, Mandelson habe während seiner Zeit als Minister in der Regierung von Gordon Brown im Jahr 2009 vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben. Entsprechende E-Mails waren Ende Januar vom US-Justizministerium veröffentlicht worden. Die britische Polizei leitete daraufhin Ermittlungen ein. Starmer hatte sich für die Ernennung entschuldigt und Mandelson eine „Kette von Täuschungen“ vorgeworfen.

Quelle: ntv.de, dsc/rts

Source: n-tv.de