Deutschland-Liveblog: „Schnapsidee“ und „lausig“: Opposition kritisiert geplanten Tankrabatt

Erste Lesung zur Senkung der Energiesteuern im Bundestag
Wiebke Esdar, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion, bezeichnete die Entlastungsmaßnahmen als gut, weil sie schnell wirken, unbürokratisch umzusetzen und gerecht seien. Sie entlasteten dort, wo die Preise besonders stark gestiegen seien. Zugleich betonte sie, man müsse sicherstellen, dass insbesondere Mineralölkonzerne die Entlastung tatsächlich an die Verbraucher weitergeben; dafür habe man das Kartellrecht verschärft. Zudem wolle man eine Übergewinnsteuer, die denjenigen einen Strich durch die Rechnung mache, die meinen, in der Krise die Menschen abzocken zu können. „Wer Übergewinne einstreicht, der wird am Ende dafür zahlen müssen“, sagte Esdar.
Fritz Güntzler, finanzpolitischer Sprecher der CDU, verteidigte die Steuersenkung als eine Maßnahme, die schnell entlaste und ein klares Signal an der Zapfsäule setze. Jede Tankfüllung werde künftig um etwa 10 Euro günstiger, sagte Güntzler. Man habe sich genau angeschaut, wie der frühere Tankrabatt gewirkt habe. Anfangs habe er sehr geholfen, später aber nicht mehr, deshalb müsse man dieses Mal genau hinschauen. Dazu gehöre auch ein verschärftes Kartellrecht.
Als „grottenschlecht“ bezeichnete Heidi Reichinnek, Fraktionsvorsitzende der Linken, den Vorschlag der Regierung zur Senkung der Mineralölsteuer. Reichinnek nannte das „Arbeitsverweigerung“. Sie betonte, dass die Menschen selbst mit Steuersenkung massiv draufzahlen würden, weil die Konzerne die Steuersenkung nicht fair weitergäben. Um die „Spirale der Gier“ zu durchbrechen, forderte sie eine Übergewinnsteuer.
Source: faz.net