Tarife: Einigung im Nahverkehrs-Tarifstreit in Bayern

Nach einer langen Auseinandersetzung haben sich die kommunalen Arbeitgeber und Verdi geeinigt. Das Ergebnis muss noch bestätigt werden – für die nächsten Wochen sind Warnstreiks aber vom Tisch.
Nach zahlreichen Verhandlungs- und Streikrunden gibt es im Tarifkonflikt im kommunalen Nahverkehr in Bayern eine Einigung. Das teilten der Arbeitgeberverband und die Gewerkschaft Verdi mit, nannten aber zunächst noch keine Details. Im Laufe des Vormittags soll es weitere Informationen geben. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk berichtet.
Verdi-Gewerkschaftssekretärin Katharina Wagner sprach am Morgen von einer Einigung „mit Licht und Schatten“ in der Nacht zum Donnerstag, man habe aber wichtige Knackpunkte abräumen können. Der Kompromiss gehe aufseiten der Gewerkschaft nun in die Mitgliederbefragung. Bis zum 15. Mai müssten sich beide Seiten erklären. „Im Rahmen der Erklärungsfrist wird es zu keinen Warnstreiks kommen“, erläuterte der stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiter Sinan Öztürk.
Warnstreiks mit großen Auswirkungen auf die Öffentlichkeit
Der Tarifkonflikt für die rund 9.000 Beschäftigten bei mehr als 20 Betrieben war mit hoher Intensität geführt worden. Die meisten großen bayerischen Städte waren mehrfach von ganztägigen oder auch mehrtägigen Warnstreiks getroffen worden, die den öffentlichen Nahverkehr teils stark einschränkten.
Schon in den letzten Verhandlungsrunden war es zu einer langsamen Annäherung der beiden Seiten gekommen. Ursprünglich hatte Verdi unter anderem eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit gefordert. Die Finanzlage vieler Kommunen ist wegen der stark gestiegenen Kosten schlecht.
Den bislang letzten Tarifabschluss im bayerischen ÖPNV gab es 2023. Dieser „Tarifvertrag Nahverkehr“ (TV-N) war schon 2024 ausgelaufen. Verdi hatte sich damals jedoch entschieden, den bayerischen Tarif nicht separat neu zu verhandeln, sondern abzuwarten, bis auch in den übrigen Bundesländern wieder Verhandlungen anstehen.
dpa
Source: stern.de