Asien: Chinas Wirtschaft wächst zu Jahresbeginn stärker qua erwartet

Chinas Wirtschaft ist nach einem schwachen vierten Quartal 2025 zu Jahresbeginn
trotz neuer globaler Konflikte stärker gewachsen als erwartet. In den
ersten drei Monaten legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach
vorläufigen Daten um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie die Statistikbehörde in Peking mitteilte.

Analysten hatten zuvor ein geringeres Wachstum
von bis zu 4,8 Prozent prognostiziert. Die zweitgrößte Volkswirtschaft
der Welt hatte im vierten Quartal 2025 lediglich einen BIP-Anstieg von
4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbucht. Dies war das schwächste
Quartalswachstum seit Ende des Coronalockdowns drei Jahre zuvor.

Energiepreisschock trifft Chinas Handelspartner

China plagen
seit Längerem Wirtschaftsprobleme wie eine schwache Nachfrage gepaart
mit einem Überangebot in vielen Branchen. Die Regierung in Peking will den Konsum in China
fördern, um damit zum Wirtschaftswachstum beizutragen. Doch Konflikte
wie der Irankrieg und steigende Kosten etwa durch höhere Ölpreise
sorgen für Unsicherheit.

Als weltgrößter Energieimporteur und stark exportabhängige Volkswirtschaft ist China doppelt betroffen: Der Ölschock bremst den Handel, und die Kosten für die Fabriken steigen. »Chinas Exporte bleiben 2026 ein wichtiger ‌Wachstumsmotor, aber der jüngste Energieschock hat ‌den Fokus auf die Nachhaltigkeit der externen Nachfrage ​gelenkt«, schrieb Xinquan Chen, China-Ökonom bei Goldman Sachs, in einer Analyse. »Während Chinas Produktion relativ widerstandsfähig ist, sind seine wichtigsten Handelspartner – insbesondere Schwellenländer ​mit geringerem Einkommen, auf die fast 40 Prozent der Exporte entfallen – zunehmend Stagflationsrisiken ausgesetzt.«